"Wall Street Journal"

Apple möchte mehr iPads im KMU-Umfeld verkaufen

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Weil sich iPad-Tablets zuletzt immer schlechter verkauften, startet Apple einem Medienbericht zufolge nun "seinen bis dato breitesten Angriff auf das Business-Computing".

Und es geht dieses Mal nicht um die bereits bekannte Enterprise-Achse Cupertino-Armonk, sondern um ein Partnerprogramm mit mehr als 40 teils arg nischigen App-Anbietern, mit deren Hilfe Apple Firmen sein iPad als Arbeitsgerät schmackhafter machen will, wie das "Wall Street Journal" berichtet. Mit Firmen sind indes ganz offensichtlich kleine Firmen gemeint, denn der Beitrag nennt konkret einen Schönheitssalon aus Dallas mit vier Mitarbeiterinnen sowie ein indisches Restaurant in Toronto als Beispiele.

Der Aufzugs- und Rolltreppenbauer Schindler steht offiziell auf Apples iOS-Kundenliste.
Der Aufzugs- und Rolltreppenbauer Schindler steht offiziell auf Apples iOS-Kundenliste.
Foto: Apple

Jedenfalls, so berichtet die Zeitung, arbeitet Apple im Rahmen eine "Mobility Partner Program" oder kurz MPP (das aber offiziell nicht so genannt werden darf) mit verschiedenen App-Anbietern zusammen und rät den Partnern dabei unter anderem bis ins letzte Detail, wie und wo sie ihre Apps noch besser machen oder mit denen anderer Apple-Partnerfirmen verzahnen könnten. Ziel ist es offenbar, branchenspezifische App-Pakete zu schnüren. Die Partner entwickelten "iOS-Lösungen für Branchen, die Mitarbeiter befähigen und eine neue Ära der Produktivität einläuten", wird ein Apple-Sprecher zitiert.

Die Idee dahinter sei, "mit einem kuratierten Satz Lösungen aufzutauchen, die abgesegnet sind und miteinander funktionieren", ergänt James Maiocco, General Manager für Corporate and Business Development bei Xero, das Buchhaltungssoftware für kleine Firmen entwickelt und an dem Apple-Programm mitmacht, das nicht MPP genannt werden darf. "Man soll mir nicht bloß erzählen, dass ich in den App Store gehen soll."

Orderbird aus Berlin wäre vermutlich auch so ein Kandidat für das App-Partner-Programm.
Orderbird aus Berlin wäre vermutlich auch so ein Kandidat für das App-Partner-Programm.
Foto: Orderbird

Ansonsten bleiben viele Details des App-Partnerprogramms wegen der üblichen Apple-Geheimniskrämerei unklar - zum Beispiel, wer die App-Bundles verkaufen soll und wie und ob die Erlöse dabei irgendwie geteilt werden. Zumindest einige weitere Teilnehmer werden aber explizit erwähnt, als da wären ServiceMax (Kundenaußendienst), Moneris und Revel (digitale Kassensysteme), MobileIron und AirWatch (EMM und Mobile Security) sowie ScrollMotion und Showpad (Verkaufspräsentationen).

Apple braucht Geschäftskunden, um die Verkäufe des iPad wieder anzukurbeln, die seit sechs Quartalen in Folge zurückgehen. In den neun Monaten bis Ende Juni gingen die iPad-Umsätze gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum um 24 Prozent zurück. Die Analysten von Forrester erwarten allerdings, dass 2018 bereits jedes fünfte dann eingesetzte Tablet einem Unternehmen gehörenn wird; 2014 waren das erst zwölf Prozent.