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Apple: Macworld Boston? Ohne uns

18.10.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Zoff gibt es offenbar zwischen IDG World Expo und Apple: Die Entscheidung des Veranstalters, die Macworld Expo - mehr oder weniger Hausmesse des Hersteller aus Cupertino - im Sommer 2004 wieder von New York nach Boston zu verlegen (Computerwoche online berichtete), will Apple nicht hinnehmen und der Veranstaltung fernbleiben. Auch die Teilnahme an der letzten Sommer-Macworld in New York im kommenden Jahr wolle man überdenken, erklärte das Unternehmen. Nicht infrage gestellt wurde indes die Teilnahme an der Januar-Macworld, die traditionell im kalifornischen San Francisco stattfindet.

IDG hatte die Sommermesse in 13 von bislang 18 Jahren zunächst in Boston abgehalten und war erst nach New York gewechselt, als die Veranstaltung für die Hummer-Stadt in New England zu groß wurde. Nun hat Boston ein neues Messezentrum errichtet, das wieder groß genug ist (und vermutlich mit Kampfpreisen versucht, frühere Kunden zurückzugewinnen). Apples plötzliche Antihaltung riecht ein wenig danach, als wolle die Firma die günstige Gelegenheit nutzen, ihre Marketing-Kosten zu senken und die Aktivitäten in den USA auf die Leitmesse in San Francisco zu reduzieren.

"Wir können über Apples Motive nur spekulieren, die möglichweise durch ihre finanzielle Situation bedingt sind", wunderte sich IDG-World-Expo-Sprecherin Brooke Selby. Apple hatte gestern zum ersten Mal seit längerer Zeit wieder einen Quartalsverlust ausgewiesen, der vor allem durch Wertabschreibungen auf das Investment-Portfolio entstand (Computerwoche online berichtete). (tc)