2,8 Milliarden

Apple legt erstmals Anleihe in Euro auf

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
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Apple hat eine Anleihe über 2,8 Milliarden Euro (umgerechnet 3,5 Milliarden Euro) begeben.

Warum aber macht eine so reiche Firma Schulden, und warum ausgerechnet in Europa, fragt sich da vermutlich nicht nur die "New York Times"? Europa ist ein großer Markt für den iPhone-Hersteller aus Cupertino - im vierten Quartal kamen 22 Prozent der Apple-Erlöse vom Alten Kontinent. Und die Zinsen in Europa sind gerade sehr niedrig. Deswegen ist es für Apple billiger als früher, hier Anleihen aufzulegen, um darüber seine seit anderthalb Jahren laufenden Auszahlungen an Aktionäre zu finanzieren - und lohnt sich eher als das "Heimholen" von Kapital in die USA, wofür Apple Repatriierungssteuern zahlen müsste.

Apple-Zentrale in Cupertino, Kalifornien
Apple-Zentrale in Cupertino, Kalifornien
Foto: Simon Schoeters via flickr

Apple hat seit vergangenem Jahr mehrfach Anleihen begeben, um die Ausschüttung von insgesamt 130 Milliarden Dollar an seine Aktionäre zu finanzieren. Dazu hatte sich das Unternehmen auf Druck von Investoren wie Carl Icahn entschlossen. Außerdem will Apple bis Ende 2015 für 90 Milliarden Dollar eigene Aktien zurückkaufen. Zum Stand 27. September 2014 waren im Rahmen dieses Rückkaufprogramms schon 67,9 Milliarden Dollar ausgegeben, wie aus einer aktuellen Pflichtveröffentlichung des Unternehmens hervorgeht.

Der Analyst Amit Daryanani von RBC Capital Markets verweist übrigens in einer Research Note darauf, dass Apple mit der aktuellen Anleihe zwar Schulden in Europa macht, dies aber über eine US-Tochter. Das erlaube es der Firma, den Verkaufserlös in den USA zu empfangen und die Euros in Dollar zu tauschen. "Damit sollte es keinerlei Repatriierungsprobleme mit der Ausgabe geben", schreibt der Experte dem Bericht zufolge.