Wegen Preisabsprachen

Apple legt E-Book-Klage von US-Staaten bei

17.06.2014
Die Deals beim Einstieg ins Geschäft mit E-Books setzen Apple noch immer zu: Der Konzern legte jetzt Klagen von US-Staatsanwälten mit einem Vergleich in noch unbekannter Höhe bei. Der Fall ist damit aber noch lange nicht vom Tisch.

Apple hat eine wichtige Front im Streit um den Einstieg ins E-Book-Geschäft geschlossen: Der Konzern legte Klagen von US-Staatsanwälten und Verbrauchern mit einem Vergleich (PDF-Link) bei. Die Details blieben am Dienstag zunächst unter Verschluss. Die Kläger hatten eine Strafzahlung von bis zu 840 Millionen Dollar gefordert, weil Apple und beteiligte Verlage beim iPad-Start vor vier Jahren die Preise für E-Books mit einer Art Buchpreisbindung künstlich erhöht hätten.

Apple Zentrale in Cupertino, Kalifornien
Apple Zentrale in Cupertino, Kalifornien
Foto: Simon Schoeters via flickr

Der Fall begann mit einer Klage des US-Justizministeriums gegen Apple und fünf Verlage. Als Apple im Frühjahr 2010 zur Markteinführung seines iPad-Tablets auch einen E-Book-Store starten wollte, war Amazon die dominierende Kraft in dem Geschäft. Der Online-Händler verkaufte die elektronischen Büchern zum Teil mit deutlichen Rabatten. Apple bot den Verlagen hingegen ein sogenanntes "Agentur-Modell", das im Kern der deutschen Buchpreisbindung ähnelt: Sie selbst bestimmten den Preis der E-Books. Mit Rückenwind des Apple-Deals setzte die Buchbranche das System auch bei Amazon durch.

Das US-Justizministerium warf Apple und den Verlagen daraufhin im April 2012 vor, mit illegalen Absprachen höhere Preise durchgesetzt zu haben. Die Buchkonzerne legten den Konflikt mit Vergleichen bei. Apple ließ dagegen auf einen Prozess in New York ankommen - und verlor. Der Konzern musste unter anderem einen vom Gericht eingesetzten Aufseher zulassen. Die Berufung in diesem Fall läuft noch.

In einer zweiten Welle klagten auch Staatsanwälte aus mehreren US-Bundesstaaten und Verbraucher. Sie gingen davon aus, dass die Verbraucher wegen der Apple-Deals rund 280 Millionen Dollar mehr bezahlen musste und forderten den dreifachen Betrag. (dpa/tc)