Sicherheitskonferenz Black Hat

Apple lässt Security-Gesprächsrunde platzen

04.08.2008
Von Katharina Friedmann 
Apple hat sein Security-Engineering-Team zurückgepfiffen, das in dieser Woche auf der Sicherheitskonferenz Black Hat in Las Vegas an einer öffentlichen Podiumsdiskussion über die Sicherheitspraktiken des Herstellers teilnehmen sollte.

Nach Angaben von Black-Hat-Direktor Jeff Moss hat Apple sein geplantes Debüt auf der US-amerikanischen Sicherheitskonferenz Black Hat im letzten Moment abgesagt. Die Marketing-Abteilung des Herstellers habe Wind davon bekommen. "Bei Apple darf sich niemand ohne Zustimmung des Marketing öffentlich über irgendetwas äußern", weiß Moss zu berichten. Das Pannel wäre ein Highlight auf der Hacker-Konferenz gewesen, da es den Anwesenden einen Insider-Blick auf Apples Sicherheitsteam vermittelt hätte. Der Hersteller ist bekanntlich äußerst verschwiegen, was seine Security-Policies betrifft - eine Haltung, die der Sicherheitsgemeinde immer wieder Anlass zu scharfer Kritik liefert. Der geplante Auftritt hätte Apple die Möglichkeit gegeben zu zeigen, wie ernst es Sicherheit nehme, und das Unternehmen damit in ein positives Licht gesetzt, wundert sich Moss über den Rückzug.

Der Vorschlag für die Diskussionsrunde sei am 3. Juli von den Black-Hat-Organisatoren akzeptiert - und dann am 21. Juli von Apple abgesagt worden. Welche Apple-Mitarbeiter dabei zu Wort gekommen wären, wollte Moss indes nicht preisgeben, "um deren Arbeitsplätze nicht zu gefährden".

Dabei handelt es sich aber offenbar nicht um den einzigen für den Security-Event geplanten Vortrag, der auf Veranlassung Apples abgesagt worden war. Laut Moss wurde kürzlich ein von dem Sicherheitsexperten Charles Edge vorgeschlagener Vortrag über eine noch unveröffentlichte Schwachstelle in Apples Verschlüsselungssoftware "FireVault" gestrichen. Nach einem Bericht der "Washington Post" wurde der Beitrag zurückgezogen, weil Edge ein Geheimhaltungsabkommen mit Apple geschlossen hatte.