Die Zukunft ist ungewisser denn je

Apple kann die Verluste in Grenzen halten

25.07.1997

Gegenüber dem zweiten Quartal des laufenden Fiskaljahres, als Apple einen Verlust von 708 Millionen Dollar oder 5,64 Dollar je Aktie erlitt, ist das geringe neuerliche Minus ein Erfolg. Damals schlugen allerdings die Next-Übernahme sowie Abfindungen für entlassene Mitarbeiter kräftig zu Buche. Ungeachtet des Fortschritts wird die vom kürzlich ausgemusterten Apple-Chef Gilbert Amelio für September 1997 geweissagte Rückkehr in die schwarzen Zahlen vorerst nicht erreicht.

Die Einnahmen lagen mit 1,7 Milliarden Dollar im dritten Quartal um rund 500 Millionen Dollar unter denen des Vergleichsquartals von 1996. Allerdings wurde der Umsatz des zweiten Quartals (1,6 Milliarden Dollar) leicht übertroffen.

Finanzchef Fred Anderson, der während des Interregnums bei Apple die Tagesgeschäfte erledigt, mag nicht prophezeien, wann die Durststrecke des Macintosh-Herstellers ein Ende haben wird. Die Umsatzentwicklung sei zur Zeit völlig unvorhersehbar, lautet seine Erklärung - eine Einschätzung, die viele Finanzexperten mit ihm teilen.

Im abgelaufenen Berichtszeitraum hatte Apple seinen Umsatz vor allem gesteigert, weil lukrative Geschäfte mit Bildungseinrichtungen abgeschlossen werden konnten. Während der Absatz an Power-Macs stieg, gingen jedoch die Verkäufe der portablen Powerbooks um 29 Prozent zurück.

Apple habe vom zweiten zum dritten Quartal die operativen Ausgaben von 489 auf 408 Millionen Dollar gesenkt, erklärt Anderson. Man strebe an, den Break-even-Punkt von gegenwärtig acht auf sieben Milliarden Dollar Umsatz zu senken.

Für diese und andere Aufgaben sucht Apple eine kundenorientierte Führungspersönlichkeit, die sich in der PC-Industrie, vor allem in den Bereichen Sales und Marketing, bereits Meriten erworben habe. Der Rauswurf Amelios und der niedrige Börsenkurs hatten zuletzt erneut Übernahmegerüchte erzeugt. So soll angeblich der Mac-Cloner Umax gemeinsam mit anderen Lizenznehmern des Macintosh-Betriebssystems an einer Übernahme interessiert sein - Anderson behauptet jedoch, davon nichts zu wissen.