Keine Freiheitsstrafe

Apple-Insider kommt glimpflich davon

02.07.2013
Der Mitarbeiter eines Apple-Zulieferers, der geheime Firmenpläne an Aktienhändler verraten hatte, kommt um eine Gefängnisstrafe herum.
Eine Apple-Stammaktie ("Common Stock")
Eine Apple-Stammaktie ("Common Stock")

Weil er mit den Behörden bei der Aufdeckung eines ganzen Insiderrings zusammenarbeitete, muss Walter Shimoon stattdessen knapp 46.000 Dollar zahlen. Ähnlich wie bei einer Bewährungsstrafe muss er zwei Jahre lang zusätzliche Auflagen erfüllen. Das Urteil erging am Montag (Ortszeit) in New York.

Shimoon hatte seine Taten bereits vor zwei Jahren gestanden. Der heute 41-Jährige arbeitete beim Apple-Zulieferer Flextronics und hatte dadurch Einblick in kommende Neuheiten. Dieses Wissen verkaufte er an Börsenspekulanten weiter. So wussten diese schon frühzeitig, dass das iPhone 4 eine zweite Kamera für Videotelefonate besitzt und dass Apple eine Art Lesegerät entwickelt (das sich später als das iPad herausstellte).

Zusammen mit Shimoon wurde Mark Anthony Longoria ebenfalls zu zwei Jahren unter besonderer Beobachtung sowie zur Zahlung von gut 170.000 Dollar verurteilt, wie die New Yorker Staatsanwaltschaft bekanntgab. Der 46-Jährige hatte beim Chiphersteller AMD gearbeitet und dessen Pläne gegen Geld preisgegeben. Auch er arbeitete später mit den Behörden bei der Aufdeckung des Insiderrings zusammen.

Ein sogenanntes Expertennetzwerk hatte die beiden an Spekulanten vermittelt, die die erhaltenen Informationen für ihre Börsengeschäfte nutzten und dicke Gewinne einfuhren. Derartiger Insiderhandel ist verboten, weil er andere Anleger benachteiligt. Die Köpfe hinter dem Expertennetzwerk waren auch dank der Aussagen von Shimoon und Longoria zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden.

Die US-Justiz macht seit einiger Zeit verstärkt Jagd auf Insiderhändler. So wanderten jüngst gleich mehrere Wall-Street-Größen hinter Gitter, darunter Rajat Gupta und Raj Rajaratnam. Der Hedgefonds SAC Capital Advisors musste im Rahmen eines Vergleichs mit der US-Börsenaufsicht SEC wegen des Vorwurfs von Insiderhandel jüngst mehr als 600 Millionen Dollar zahlen. (dpa/tc)