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Apple in den USA verklagt - iPod zu laut?

03.02.2006
In den USA wird ja immer gern mal geklagt. Jetzt hat es wieder einmal Apple erwischt: Der iPod soll zu laut sein und Hörschäden verursachen.

Geklagt hat John Kiel Patterson im Namen aller iPod-Käufer. Der iPod könne Geräusche mit bis zu 115 Dezibel Schalldruck erzeugen. Und das, obwohl verschiedene Studien nahelegten, dass auf die Dauer schon Gehörschäden davontragen könne, wer nur 28 Sekunden lang jeden Tag in dieser Lautstärke Musik höre. Patterson fordert Schadenersatz für von iPod-Nutzern erlittene Hörschäden sowie einen Anteil an Apples iPod-Gewinnen.

Patterson fordert ferner, Apple solle den iPod per Software-Update auf 100 dB begrenzen sowie Kopfhörer bereitstellen, die externen Lärm blockieren. "Millionen von Verbrauchern riskieren durch Apples Verhalten ihr Hörvermögen", heißt es in der Klage, die Apple zunächst nicht kommentieren wollte.

Allerdings drückt sich Apple in der Bedienungsanleitung zum iPod im Abschnitt "Hörschäden vermeiden" eindeutig aus. "Warnung: Es kann zu dauerhaftem Hörverlust kommen, wenn Ohr- oder Kopfhörer bei hoher Lautstärke betrieben werden." Man könne sich mit der Zeit an zu hohe Lautstärken gewöhnen, die dann normal erschienen, aber trotzdem das Gehör schädigten. "Stellen Sie Ihren iPod auf eine sichere Lautstärke, bevor das passiert", heißt es weiter.

Die Klage hält das für nicht ausreichend, da Apple seinen Kunden gegenüber nicht definiere, was unter "hoher" oder "sicherer" Lautstärke zu verstehen sei. Europäische iPods sind aufgrund der Rechtslage in Frankreich auf 100 dB begrenzt. Dies habe Apple in den USA nicht getan, und selbst dieses Lautstärkeniveau sei "noch nicht sicher", findet Patterson.

Er beruft sich dabei unter anderem auf Daten des National Institute for Occupational Safety and Health. Dieses geht davon aus, dass über acht Stunden täglich hinweg eine Lärmbelastung von 85 Dezibel zumutbar sei. Für jede fünf dB mehr halbiere sich die zumutbare Zeitspanne.

Patterson lässt sich von der Hagens Berman Sobol Shapiro vertreten, einer von zwei Kanzleien, die Apple bereits vor den Kadi gezerrt haben, weil seine iPods angeblich zu schnell verkratzen. In einer anderen Klage in Sachen Akkulaufzeit des Players hatte sich Apple bereits verglichen. (tc)