WWDC

Apple-Fans hoffen auf neues iPhone und Rückkehr von Steve Jobs

08.06.2009
Mit dem iPhone hat Apple in den vergangenen zweieinhalb Jahren den Mobilfunkmarkt völlig aufgewühlt.

Mit seiner einfach zu bedienenden Oberfläche, der Anbindung ans Internet und einer Vielzahl von nützlichen oder unterhaltsamen Zusatzprogrammen überzeugte das iPhone die meisten Tester und Kunden. Doch mittlerweile spürt Apple eine ganze Meute von Konkurrenten im Nacken. Vor diesem Hintergrund erwarten die Fans der kalifornischen Kultmarke, dass Apple am kommenden Montag auf der Entwicklerkonferenz WWDC mit einem neuen iPhone die Latte für den Wettbewerb wieder ein deutliches Stück nach oben legt.

Das iPhone hat sich längst auch als mobile Spieleplattform etabliert.
Das iPhone hat sich längst auch als mobile Spieleplattform etabliert.

21 Millionen Exemplare des iPhone hat Apple bislang weltweit verkauft. Und das US-Marktforschungsunternehmen PiperJaffray traut in einer aktuellen Studie dem Unternehmen zu, den Absatz des iPhone bis 2009 auf 45 Millionen Stück zu steigern. "Wenn es Apple gelingt, die Aura zu bewahren, in der seine Produkte weiterhin den Markt definieren, dann läuft für das Unternehmen alles gut", sagte Benjamin Reitzes, ein Analyst von Barclays Capital. Das iPhone ist aber mittlerweile in der Klasse der Superhandys nicht mehr allein.

HTC hat in den vergangenen Monaten zwei Google-Mobiltelefone mit dem modernen Android-Betriebssystem für T-Mobile ("G1") und Vodafone ("HTC Magic") auf den Markt gebracht. In diesen Tagen folgt Samsung mit dem Android-Handy "Galaxy" bei O2. In den Verkaufsstatistiken hat sich aber vor allem der kanadische Hersteller RIM mit seinen BlackBerry-Handys gegen Apple behaupten können. Der bei Smartphones schwächelnde Mobilfunkgigant Nokia versucht ein Comeback mit neuen Geräten wie dem "N97". Und Palm will Apple die Spitzenposition im Smartphone-Markt mit dem hochgelobten "Pre" streitig machen. "Apple wird vermutlich auch ohne neue iPhones der Führer im Markt bleiben" sagte Shaw Wu, ein Analyst von Kaufman Bros. in San Francisco. "Aber neue Modelle würden natürlich die Wettbewerbsfähigkeit des iPhone verbessern."

Viele Beobachter sehen in dem Palm Pre den wahren iPhone-Herausforderer, obwohl sich das neue Gerät zunächst ohne eine Vielzahl von Zusatzprogrammen am Markt behaupten muss. Andere winken aber schon fast ab: Der Pre werde im Licht eines neuen iPhones, "das nächste Woche mit vielen neuen Features vorgestellt wird", neu zu bewerten sein, verplapperte sich Walt Mossberg, der Kolumnist des "Wall Street Journal" in der Freitagsausgabe in einem Testbericht über das Palm-Handy. Mossberg wurde in der Vergangenheit von Apple immer Wochen vor dem Marktstart mit den neusten Testgeräten versorgt. Daher gehen die Apple-Fans davon aus, dass der Journalist mit dem markanten Ziegenbart schon seit Tagen ein neues iPhone in der Tasche hat, das die Öffentlichkeit erst am Montag zu Gesicht bekommen wird.

Steve Jobs -- erschreckend dünn im Oktober 2008.
Steve Jobs -- erschreckend dünn im Oktober 2008.

Die Besucher des Apple-Entwicklerforums WWDC setzen aber nicht nur auf ein neues iPhone, das ihr ohnehin florierendes Geschäft mit Handy-Programmen zusätzlich ankurbeln soll. Sie hoffen darauf, dass Marketingchef Phil Schiller als das berühmte "One More Thing" Apple-Mitbegründer Steve Jobs erholt und fit auf die Bühne bringen wird. Der charismatische Apple-CEO hatte sich im Januar vom Tagesgeschäft verabschiedet, um eine schwere Krankheit auszukurieren, deretwegen er dramatisch an Gewicht verloren hatte. Für Ende Juni hatte Apple damals aber die Rückkehr von Jobs an die Spitze des Unternehmens angekündigt.

Sollte Jobs am Montag nicht im Moscone Center in San Francisco erscheinen, heißt das nicht unbedingt, dass sich der 54-Jährige von seinem Lebenswerk verabschiedet hat. Er könnte dann im Hintergrund die Fäden bei Apple zusammenhalten, würde aber die große Bühne seinen Mitarbeitern überlassen.

Die Keynote von Phil Schiller auf der WWDC-Bühne im Moscone Center beginnt heute um 19 Uhr (MESZ). Unsere Kollegen von der "Macwelt" sind vor Ort und tickern live. (dpa/tc)