iPhone und iPad

Apple bringt neue iOS-Bereitstellungsprogramme

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Mit Hilfe neuer Verwaltungslösungen will Apple Unternehmen und Bildungseinrichtungen den Einsatz von iPhones und iPads erleichtern. Die Programme sind ein Zeichen dafür, dass sich die Company unter Tim Cook stärker für das Enterprise-Geschäft interessiert.
Auch wenn die Verwaltung noch Herausforderungen birgt, sind iOS-Geräte in fast jedem Unternehmen im Einsatz.
Auch wenn die Verwaltung noch Herausforderungen birgt, sind iOS-Geräte in fast jedem Unternehmen im Einsatz.
Foto: Apple

Während Google mit Android praktisch auf der Stelle tritt, bewegt sich Apple Zug um Zug weiter auf die Business-Nutzer zu. Die Company kündigte Ende vergangener Woche ein neues Programm an, das IT-Abteilungen den Rollout von firmeneigenen iPhones und iPads im großen Stil vereinfacht.

Mit dem nun vorgestellten Device Enrollment Program (DEP) werden die Geräte bereits während der Aktivierung over the air (OTA) bei der genutzten MDM-Lösung angemeldet und übernehmen automatisch Einstellungen und Policies des Unternehmens. Auf diese Weise sparen sich die Administratoren gleich mehrere manuelle Konfigurationsschritte – bislang mussten sie die Geräte für das Enrollment noch via USB-Kabel mit ihrem Mac verbinden, um über die Apple Configuration Utility das Profil aufzuspielen.

Eine Anleitung findet sich hier (PDF). Aktuell ist das Programm aber noch auf die USA beschränkt, auch wenn die deutsche Sub-Site Bereitstellungsprogramme bereits live ist. Außerdem müssen die Geräte direkt bei Apple bestellt werden, wo sie entsprechend vorkonfiguriert werden.

Die Anmeldungsseite für die neuen Bereitstellungsprogramme ist bereits in Deutsch verffügbar.
Die Anmeldungsseite für die neuen Bereitstellungsprogramme ist bereits in Deutsch verffügbar.
Foto: Screenshot Apple.com

Als weiteren Schritt hat Apple nun das Volume Purchase Program (VPP) soweit überarbeitet, dass Organisationen Apps in größeren Mengen einkaufen (mit Discount) und über eine MDM-Lösung an die Nutzer verteilen können. Zusätzlich gibt es jetzt mit dem Apple ID for Students Program nun die Möglichkeit für Schüler und Studenten unter 13 Jahren, mit Einwilligung der Eltern eine eigene Apple ID zu erhalten.

Ein Herz für das Business

So praktisch diese neuen Programme sind, interessanter ist, dass sich die Haltung Apples gegenüber seinen Enterprise-Kunden nun scheinbar deutlich verändert hat. CEO Tim Cook und CFO Peter Oppenheimer ließen ja bereits Ende Januar bei der Bekanntgabe der letzten Geschäftszahlen durchblicken, wie wichtig Apple das Enterprise-Geschäft sei.

Jetzt scheint der Hersteller tatsächlich auf Anfragen und die Kritik von IT-Profis zu reagieren, die über diverse Schwierigkeiten beim Umgang mit iOS-Devices geklagt hatten, und stellt ihnen eine Reihe von Informationen zu den Enterprise- und Security-Features zur Verfügung.

Bestes Beispiel ist vermutlich der 33-seitige iOS-Sicherheitsratgeber (PDF, englisch), der jede Security-relevante Komponente von iOS-Geräten detailliert behandelt, vom Secure Boot Process bis hin zu den verschiedenen VPN-Möglichkeiten von iPhone und iPad.

Das technische Handbuch für iOS-Deployment (PDF, englisch) wiederum bietet IT-Spezialisten auf 45 Seiten alle denkbaren Informationen zum Business-Einsatz von iOS und seinen Konsequenzen für die bestehende IT-Infrastruktur, angefangen von der Einbindung von Active Directory und Exchange über die verschiedenen Verwaltungsmöglichkeiten bis zum Einsatz von Inhouse-Apps.