Web

Eco-Verband

Apple bringt das mobile Internet an seine Grenzen

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Wer ein iPhone oder iPad hat, freut sich, dass Apple System-Updates für alle Nutzer weltweit zeitgleich bereitstellt.

Aus Sicht des Eco Verband der deutschen Internetwirtschaft bringt Apple damit das mobile Internet allerdings an seine Grenzen - das befürchten Experten des Verbands aktuell wieder am 18. September, wenn iOS 7 als OTA-Update (Over-the-Air) veröffentlicht wird.

"Schon in den vergangenen Jahren wurde die Höchstlast im Internet nicht durch virale Videos, nicht durch Microsoft-Updates und auch nicht durch Katastrophennachrichten erreicht, sondern durch eine neue iOS-Generation von Apple", warnt Professor Georg Rainer Hofmann, Leiter der Eco-Kompetenzgruppe E-Commerce, in einer Mitteilung des Verbands. "Angesichts der immensen Verbreitung von iOS-Geräten, die durch die neuen Modelle iPhone 5S und 5C noch einmal einen rasanten Schub erfahren wird, könnte iOS 7 bei Verfügbarkeit am 18. September die Netzkapazität im Internet für einige Tage an ihre Grenzen bringen."

Beim Wechsel auf iOS 6 seien bereits bis zu ein Drittel aller iPhones über das UMTS-Mobilfunknetz auf den neuesten Stand gebracht worden, heißt es weiter (die meisten halbwegs intelligenten Nutzer werden dergleichen aber sowohl aus Geschwindigkeits- als auch aus Kostengründen gewiss auch weiterhin via WLAN oder iTunes und Kabelverbindung erledigen, Anm. d. Red.). Am Tag der Freigabe sei die Netznutzung durch iPhone-Anwender auf einen Schlag um rund 25 Prozent angestiegen. Dabei habe iOS 5 durch Dienste wie iCloud, iMessage und Siri ohnehin schon 50 Prozent Datenverkehr erzeugt als die Vorgängerversion.

"Das Internet braucht mittel- bis langfristig völlig neue Strukturen, um dem unbändig wachsenden Datenverkehr Herr zu werden", ergänzt Professor Ralf Steinmetz, der sich an der Technischen Universität Darmstadt im Rahmen des "Maki"-Projekts mit denkbaren neuen Infrastrukturen im Netz befasst. Dabei geht es um ein intelligentes Zusammenspiel aus herkömmlichen Client-Server-Modell und Peer-to-Peer-Technik.