Plus neue Finanzierungsrunde

App Annie analysiert jetzt auch tatsächliche App-Nutzung

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Mit Usage Intelligence stellt App Annie, gleichnamiger Anbieter einer Plattform für Analyse- und Statistik-Tools für App-Store-Daten und –Metriken, künftig auch ein Werkzeug bereit, dass die tatsächliche Nutzung einer App misst – sicher auch für Entwickler von Inhouse-Apps interessant.
App Annie ist ein wichtiges und weitverbreitetes Analysewerkzeug für App-Entwickler
App Annie ist ein wichtiges und weitverbreitetes Analysewerkzeug für App-Entwickler
Foto: App Annie

Ähnlich wie Website-Betreiber interessieren sich auch App-Entwickler (und deren Investoren) sehr für die Nutzung und Bewertung ihrer Produkte, insbesondere im Vergleich zur Konkurrenz. Zwar erlauben Apple, Google und Co. einen Blick auf Verkaufszahlen, Märkte und Downloads der eigenen Apps, ausführliche Ergebnisse mit Historie sowie einer Möglichkeit, die Daten auszuwerten, findet man jedoch selten.

Hier springt App Annie in die Bresche. Die Plattform des gleichnamigen Anbieters umfasst verschiedene Analyse- und Statistik-Tools, die wichtige App-Store-Daten und -Metriken über eigene, aber auch andere Apps liefern. Den Angaben des 2011 gegründeten Startups zufolge nutzen inzwischen Herausgeber von mehr als 600.000 Apps die Werkzeuge. Zusammengerechnet wurde mit App Annie außerdem der Download von über 60 Milliarden Apps getracked.

Mit dem neuen Tool "Usage Intelligence", die Funktionen des Premium-Produkts App Intelligence erweitert, wollen die Kalifornier künftig aber auch Informationen darüber bereitstellen, was nach dem Download einer App passiert. Usage Intelligence untersucht mobile Apps hinsichtlich der Anzahl an aktiven Nutzern (MAU, WAU, DAU - monthly, weekly, daily active users), misst die mit der App zugebrachten Zeit sowie die Nutzungsfrequenz und erstellt nutzungsbasierende Wettbewerbs- und Marktanalysen.

Das Tool "Usage Intelligence" erfasst die tatsächliche Nutzung einer App und liefert Vergleichsdaten.
Das Tool "Usage Intelligence" erfasst die tatsächliche Nutzung einer App und liefert Vergleichsdaten.
Foto: App Annie

"Im mobilen Bereich herrscht noch viel Nachholbedarf an Informationen zur Nutzung", erklärt Bertrand Schmitt, Mitbegründer und CEO von App Annie, die Aufgabe des neuen Produkts. Entwickler mobiler Apps und ihre Investoren seien auf diese Informationen angewiesen, insbesondere wenn eine App außerhalb des Stores Geld einbringt. Das Wissen über die Nutzung von Apps ist möglicherweise aber auch im B2E-Bereich von Bedeutung - etwa, wenn für teures Geld eine neue mobile Anwendung für Marketing oder Vertrieb angeschafft beziehungsweise entwickelt wurde.

Usage Intelligence ist derzeit als Beta-Version für ausgewählte Kunden von App Annie App Intelligence verfügbar. Die Vollversion soll im zweiten Quartal dieses Jahres auf den Markt kommen.

Erweitertes Budget durch Series-D-Finanzierung

Zeitgleich zum Launch von Usage Intelligence konnte App Annie eine Series-D-Finanzierung in Höhe von 55 Millionen Dollar. Die Finanzierung wird von Institutional Venture Partners (IVP) angeführt, weiterhin beteiligt sind Sequoia Capital, Greycroft Partners sowie - die zu IDG gehörenden - IDG Capital Partners. Das Geld soll den Angaben zufolge vorrangig in die Produktentwicklung von App Annie fließen, zudem will das Unternehmen damit die internationale Expansion beschleunigen und potenzielle M&A-Aktivitäten finanzieren.

App Annie verzeichnete in den letzten Jahren ein rasantes Wachstum. Allein 2014 haben sich die Umsätze nach eigenen Angaben verdreifacht, mehr als 300 Mitarbeiter sind mittlerweile in zehn Büros rund um den Globus tätig. Weitere Meilensteine sind die Übernahme des auf mobile Analysen spezialisierten Anbieters Distimo und die Erhöhung der aktiven Kunden um 75 Prozent auf mehr als 350.000 Führungskräfte, Marketing-Experten und Entwickler im Mobile-Bereich.