Gartner rät

App-Anbieter müssen mehr auf Kundenbindung achten

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Der Markt für mobile Apps ist aus Sicht der Marktforschungs- und Beratungsfirma Gartner zunehmend ausgereift - die Nutzer seien zufrieden mit ihren derzeitigen Engagement Rates.

Das bleibe allerdings nicht ohne Folgen für die App-Anbieter, schreibt Gartner - weil die Nutzer Apps stärker in ihr Leben integrierten, müssten die Developer einen Schritt voraus sein und Entwicklung, Marketing und Branding stärker auf Kundenbindung ausrichten. "Nach acht Jahren Suchen nach, Herunterladen und Nutzen von Apps werden die User bei ihrem Nutzungsverhalten reifer", kommentiert der Gartner-Analyst Brian Blau. "Diese Muster könnten sich aber zukünftig ändern, wenn Nutzer Apps stärker in ihren Alltag einbauen."

Foto: Gartner

Das Nutzerinteresse an Apps sei inzwischen abgeklärt, Apps würden für die Nutzung persönlicher Technologie und zur Interaktion mit Marken online verwendet. Die Nutzung sei zwar ungebrochen hoch, doch wünschten oder bräuchten die User künftig nicht noch mehr Apps. Für App-Anbieter sei das in Teilen Grund zur Besorgnis, denn falls die Nutzer zu selbstzufrieden würden, könnten App-Geschäfte unter mangelndem Engagement oder nachlassendem Wachstum leiden, so Gartner.

Gartner hat im vergangenen Jahr 2000 Verbraucher in den als gesättigt geltenden Märkten USA und Deutschland zu ihrer App-Nutzung befragt. Besonders häufig greifen die Smartphone-Besitzer demnach zu Apps in Bereichen wie Social Media und Video. Doch auch in weniger häufig anzutreffenden Kategorien wie Fitness (Apps dafür haben nur 23 Prozent der Amis und 16 Prozent der Deutschen auf ihrem Phone) ist die Nutzung hoch. Insgesamt waren die Befragten mit ihrer App-Nutzung zufrieden - was laut Gartner auf ein Plateau hinsichtlich Zeit und Engagement hindeuten könnte.

"Es ist nicht so, dass Smartphone-Nutzer sich nicht mehr für Apps interessieren würden - die User sind weiterhin begeistert, was Apps im Alltag für sie tun können, und zwar sowohl bei der Arbeit als auch privat", sagt Analyst Blau. "Nutzer müssen aber vom Wert einer App überzeugt werden." Die Bereitschaft, sich auf neue App-Erfahrungen einzulassen, sei ungebrochen; jedoch planten die User, ihre Nutzungsmuster beizubehalten. Sie würden neue Apps ausprobieren, müssten aber vom Mehrwert einer neuen App erste überzeugt werden, bevor sie diese annähmen und ihre Nutzungsmuste längerfristig änderten.