"WSJ"

Apotheker will Hewlett-Packard neu ausrichten

17.01.2011
Der deutsche HP-Chef Léo Apotheker will den Konzern einem Zeitungsbericht zufolge stärker auf profitablere Bereiche wie Software, Netze und Storage ausrichten.
Will seinen Masterplan für HP im März offiziell vorstellen: Léo Apotheker
Will seinen Masterplan für HP im März offiziell vorstellen: Léo Apotheker
Foto: Hewlett-Packard

Außerdem stünden personelle Veränderungen in den oberen Management-Rängen an, berichtete das "Wall Street Journal" (Paywall-Link, leider nur für Abonnenten) am Wochenende unter Berufung auf informierte Personen. So werde Technik-Chef Randy Mott wohl gehen. Außerdem habe Apotheker als Kommunikationschef den SAP-Sprecher Bill Wohl zu Hewlett-Packard geholt.

HP ist der größte PC-Hersteller der Welt, mit Computern und Servern lässt sich in Zeiten des Preisdrucks und günstiger Konkurrenten allerdings nicht mehr so gut Geld verdienen. Apothekers Vorgänger Mark Hurd setzte deshalb auf einen strikten Sparkurs und den Ausbau des Service-Geschäfts, was Hewlett-Packard glimpflich durch die Wirtschaftskrise brachte. Im vergangenen Sommer musste Hurd aber gehen, nachdem der Verwaltungsrat das Vertrauen zu ihm verloren hatte. Das Kontrollgremium fühlte sich im Zuge einer Untersuchung des Vorwurfs sexueller Belästigung von Hurd getäuscht.

Der Ernennung des ehemaligen SAP-Chefs Apotheker im November war in der Branche als Überraschung aufgenommen worden. Der 57-Jährige hielt sich bisher mit Aussagen zu seiner Strategie zurück, hob aber gleich am Anfang einige von Hurd verfügte Einschränkungen bei Bonuszahlungen und Gehaltserhöhungen auf. Außerdem kündigte er an, mehr in Software sowie Forschung und Entwicklung investieren zu wollen. Apotheker wolle seinen Plan für HP offiziell im März präsentieren, schrieb die Zeitung.

Dem Bericht zufolge will er HP auch stärker auf das Cloud Computing ausrichten, bei dem Software und Daten aus dem Netz abgerufen werden. Es gehe darum, Technik für "IT aus der Wolke" zu verkaufen, aber auch Unternehmenskunden beim Übergang zum Cloud Computing zu unterstützen, hieß es. (dpa/tc)