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Apothekenpreise für Telefonate im Krankenhaus

13.04.2007
Seit jeher müssen Patienten und Besucher in vielen Kliniken auf ihr Handy verzichten und teure Festnetzanschlüsse nutzen. Doch allmählich bröckelt die Front der Abkassierer.

Im Krankenhaus ist das Telefonieren für Patienten meist teuer. Noch sind vielerorts Handys für Kranke und Besucher verboten, Billignummern vom Festnetz kann man meist nicht wählen. Doch das strikte Handyverbot, das mit möglichen Störungen der medizinischen Geräte begründet wird, wankt, wie eine "dpa"-Umfrage in größeren Krankenhäusern ergab. Die Unikliniken in Kiel und Lübeck sowie Krankenhäuser in Hannover, Frankfurt und Halle gestatten den Patienten bereits Mobiltelefone - außer im OP-Bereich und auf der Intensivstation.

Das Verbot sei nicht mehr zeitgemäß, teilte die Geschäftsführung des Klinikums "Region Hannover" Ende März mit. Das Risiko, dass durch mobile Telefone medizinische Geräte gestört würden, sei minimal und ließe sich bei verantwortungsvollem Gebrauch so gut wie ausschließen. In der Medizinischen Hochschule Hannover ist das Handyverbot bereits seit einigen Jahren aufgehoben. Auch in der Uniklinik in Frankfurt am Main ist seit Januar das eigene Telefon am Ohr zugelassen. In der Tat ist das Verbot einer Studie zufolge unnötig: In 300 Tests habe sich die Nutzung von Mobiltelefonen kein einziges Mal auf die technischen Geräte der Klinik ausgewirkt, schrieben kürzlich US-Forscher im Fachblatt "Mayo Clinic Proceedings".

Im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf werden Verstöße je nach Station mehr oder weniger toleriert. "Wir würden das Handyverbot gerne aufheben", sagte Sprecher Mathias Goyen. Für einen Anschluss müssen Patienten derzeit eine Telefonkarte für 20 Euro aus einem Automaten ziehen. Die Anmeldegebühr beträgt 2 Euro, der tägliche Grundpreis 1,90 Euro. Pro Einheit werden zwölf Cent fällig.

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