ERP-Software

AP AG will größere Projekte und SAP-Kunden gewinnen

Vice President Software & SaaS Markets PAC Germany
Der Anbieter von ERP-Software AP AG will verstärkt branchenspezifische Merkmale ausprägen und mit Asseco im Rücken europaweit expandieren und auch SAP-Kunden erreichen.

Bisher hatte die AP AG vorwiegend den Anlagenbau, den Großhandel und Anbieter technischer Dienstleistungen bedient. Über Partner will man nun weitere Branchen erreichen. Darunter Firmen aus dem Stahlbau sowie der Möbel- und Küchenherstellung. Derzeit gibt es 25 Partner, die das ERP-System "Applus" einführen können. Noch in diesem Jahr sollen weitere zehn hinzukommen. Die Expansion sieht ferner länderübergreifende Projekte vor, bei denen eine Firma ERP-gestützte Prozesse in mehreren Ländern etablieren will. Diese Unternehmen sollen in der Lage sein, die Daten für alle Niederlassungen zentral an einer Stelle vorzuhalten und Geschäftsprozesse zwischen Töchtern zu automatisieren.

Seit Mai dieses Jahres gehört die AP AG vollständig zum polnischen IT-Konzern Asseco, der bereits in 15 Ländern vertreten ist. Zuvor hielt war das Unternehmen schon mehrheitlich an dem ERP-Anbieter beteiligt.

Konzernmutter mit SAP-Know-how

Zu Asseco gehören neben der ERP-Firma auch der Service-Management-Spezialist Matrix42. Zudem realisiert Asseco SAP-Vorhaben. Über diese Schiene hofft das AP-Management, in Projekten zum Zuge zu kommen, bei denen Applus als ERP-Lösung für Filialen eingesetzt wird, während in der Zentrale ein SAP-ERP-System seinen Dienst verrichtet.

Die Konstellation der AP AG ähnelt der des ERP-Spezialisten SoftM ("Semiramis") aus München: Dieser ist ebenfalls Teil eines polnischen IT-Unternehmens (Comarch) und will mit dessen Hilfe europaweit expandieren.

Für dieses Jahr hat sich das AP-Management vorgenommen, 70 bis 100 Neukunden zu gewinnen, so Markus Haller, seit Mai Vorstandsvorsitzender und gleichzeitig Finanz- und Vertriebschef. Heute nutzen 1500 Firmen eine Software des Herstellers, entweder das auf Microsoft .NET aufsetzende Applus oder die deutlich ältere Windows-Software "P2".

Neben dem Kerngeschäft mit ERP-Software setzt AP auf Zusatzbausteine. Dazu zählt das auf der diesjährigen CeBIT vorgestellte "Aktive Risiko-Management", mit dem sich die ERP-Software ergänzen lässt. Anhand von Kennzahlen etwa aus dem Service und dem Rechnungswesen sollen sich damit Eintrittswahrscheinlichkeiten von Risiken errechnen lassen. Das könnten zum Beispiel Terminabweichungen bei Aufträgen oder eine bedrohlich hohe Fehlerquote in der Fertigung sein. Dieses System ist laut Holger Nawratil, Vorstand für Entwicklung und Consulting, nicht nur für Applus-Anwender, sondern auch die Nutzer von P2 nutzbar. Gleiches gilt für "Management Cockpits". Ferner hat der Hersteller vor, das CRM-Modul in Applus zu erweitern und an andere ERP-Systeme innerhalb des Asecco-Konzerns anzupassen. AP will weiterhin keine eigene Rechnungswesenlösung anbieten, sondern verlässt sich hier auf Softwarepartner wie CSS, deren "eGecko" sei eng in die .NET-Software eingebunden.