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AOLs Online-Werbung bricht um 41 Prozent ein

21.10.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Internet-Sparte von AOL Time Warner befürchtet nach einem Bericht des "Wall Street Journal" für dieses Jahr im Bereich Online-Werbung einen Umsatzrückgang um 41 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Vieles deutet jedoch darauf hin, dass ein Großteil der Probleme von America Online hausgemacht sind. So konnte sich der Online-Werbemarkt nach Ansicht von Experten nach dem drastischen Einbruch im Jahr 2000 wieder weitestgehend erholen. Die Marktforscher von eMarketer rechnen etwa damit, dass die weltweiten Einnahmen 2002 gleichhoch oder etwas niedriger als die 7,2 Milliarden Dollar im Vorjahr ausfallen werden. Nachdem America Online für sich mit einem Umsatzrückgang um eine Milliarde Dollar rechnet, verbucht der Rest der Branche in diesem Jahr sogar einen Zuwachs. So legte etwa die 'New York Times' in diesem Jahr bei den Werbeeinnahmen ihrer Online-Ausgabe um 30 Prozent zu. Das

Online-Portal Yahoo, dass ähnlich stark wie AOL vom Platzen der Dotcom-Blase betroffen war, verbuchte im dritten Quartal einen Anstieg der Werbeeinnahmen um 22 Prozent.

AOL hingegen befürchtet für dieses Jahr einen Umsatzrückgang von 2,7 Milliarden auf 1,6 Milliarden Dollar. Grund sind offenbar eine Reihe von langjährigen millionenschweren Werbeverträgen die nun ausliefen, ohne dass der Marktführer ausreichend Neukunden an Land ziehen konnte. Die Company hat jedoch bereits mit Preisnachlässen reagiert und ihr Verkaufsteam gestrafft und nach Regionen aufgeteilt, um den persönlichen Kontakt mit den Anzeigenkunden zu intensivieren. (mb)