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AOL zieht P2P-Software der Tochter Nullsoft zurück

02.06.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - AOL hat den Download-Link auf eine vom Tochterunternehmen Nullsoft entwickelte P2P-Software (Peer to Peer) wieder zurückgezogen. Nullsoft ist vor allem durch die Entwicklung des MP3-Players "Winamp" bekannt geworden. Justin Frankel, der 24-jährige Chefentwickler des vor vier Jahren von AOL übernommenen Unternehmens, ist wegen technischer Genialität, aber auch wegen seines rebellischen Verhaltens berüchtigt. So hat er bereits mehrmals Software ohne Genehmigung des Mutterkonzerns veröffentlicht. Ein Beispiel ist die Tauschbörse "Gnutella", die AOL aus Angst vor Rechstreitigkeiten zurückgezogen hatte. Allerdings war die Software zu diesem Zeitpunkt bereits im Web verbreitet und wurde weiter entwickelt.

Ähnlich scheint es sich nun mit der "Waste" genannten P2P-Applikation zu verhalten. Obwohl Nullsoft mittlerweile ein Statement veröffentlicht hat, nach dem der Hersteller alle Rechte an Waste beansprucht, gibt es bereits ein Sourceforge-Projekt, das sich der Weiterentwicklung des unter der GPL (Gnu Public License) veröffentlichten Tools verschrieben hat.

Waste diente ursprünglich zur gesicherten Kommunikation zwischen Nullsoft in San Francisco und dem AOL-Firmensitz in Dulles. Die Software ermöglicht es, zwischen bis zu 50 Peers Daten zu tauschen, und bietet Verschlüsselungs- und Authentifizierungsfunktionen. Anwender können außerdem miteinander chatten und Instant-Messages austauschen. (lex)