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AOL/Time-Warner: US-Wettbewerbshüter wollen Zugeständnisse

13.09.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Segen der US-Regulierungsbehörde Federal Communications Commission (FCC) für die Fusion von AOL und Time Warner hängt nun davon ab, ob der Online-Dienst bereit ist, konkurrierenden Internet-Service-Providern (ISPs) Zugang zu seinem Instant-Messaging-Dienst zu gewähren. Außerdem soll sich Time Warner dazu verpflichten, sein Highspeed-Kabelnetz auch für andere Internet-Anbieter zu öffnen. Die Kommission befürchtet, dass die Fusion ohne zusätzliche Einschränkungen zu einer gefährlichen Verschiebung der Kräfteverhältnisse im Markt führen könnte.

Neben der FCC untersucht auch die Federal Trade Commission (FTC) den geplanten Merger. Beide Behörden überprüfen den Fall zwar nach unterschiedlichen Gesichtspunkten, haben jedoch mittlerweile damit begonnen, ihre Arbeit zu koordinieren. Mit einer Entscheidung zu der Fusion wird nicht vor einem Monat gerechnet. Die Befürchtungen der europäischen Wettbewerbshüter gehen in eine andere Richtung. Sie wollen eine monopolähnliche Position von AOL/Time-Warner verhindern, um die Stellung der europäischen Internet- und Medienkonzerne nicht zu schwächen sowie deren Wettbewerbsfähigkeit bei Inhalten - vor allem im Musikgeschäft - zu erhalten (CW Infonet berichtete).