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AOL setzt in Sachen Websuche nicht mehr nur auf Google

20.01.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Online-Dienst AOL plant, sein Angebot an Internet-Suchdiensten auszuweiten, um stärker als bisher am Wachstumsmarkt Suchmaschinen-Marketing teilzuhaben. Hierbei zahlen Kunden dafür, dass ihre Web-Seiten als bezahlte Sucheinträge auf den Ergebnislisten einer Suchmaschine erscheinen.

AOL wird hierzu Kooperationen mit Spezialisten eingehen, um die bisherigen Funktionen beispielsweise um eine geografische Suche zu bereichern. Damit soll es möglich sein, Produkte und Dienste ausfindig zu machen, die in einer bestimmten Region angeboten werden. Ferner soll es Mechanismen geben, die dem Nutzer alternative Suchwörter vorschlagen.

In Sachen Suchtechnik setzt AOL auf die Suchtechnik von Google und profitiert dabei erheblich von den Einnahmen mit bezahlter Werbung auf Suchmaschinenseiten. In den letzten neun Monaten hatte der Online-Dienst 219 Millionen Dollar allein mit Suchmaschinen-Anzeigen eingenommen, der Löwenanteil resultiert aus der Google-Partnerschaft. Auch für die Suchmaschine ist das zum Medienkonzern Time Warner gehörende Internet-Unternehmen ein wichtiger Verbündeter, erwirtschaftet Google doch 13 Prozent seines Umsatzes mit dieser Kooperation.

Bei der geplanten geografischen Suche setzt AOL jedoch nicht auf Google, obwohl die Firma solche Features parat hat. Stattdessen arbeitet der Online-Service mit der norwegischen Firma Fast Search & Transfer zusammen. Diese Entscheidung will das AOL-Management jedoch nicht als grundsätzliche Abkehr vom bisherigen Search-Engine-Lieferanten verstanden wissen. "Die Erweiterung unseres Angebots gefährdet nicht unsere Beziehung zu Google", erläutert Gerry Campbell, Vice President and General Manager von AOL Search. Man habe eine eigene Vision von Web-Suche, und die sehe etwas anders aus als die von Google. (fn)