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AOL lockt US-Anwender mit Billig-PCs

04.12.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Um Neukunden für seinen lahmenden Internet-Dienst zu werben, bietet America Online (AOL) Abnehmern eines einjährigen Abonnements in den USA ab sofort ein PC-Set für 299 Dollar an. Der "AOL Optimized PC" verfügt über einen Intel Celeron-Prozessor mit 1,7 GHz, 256 Megabyte RAM und eine 40-Gigabyte-Festplatte. Als Software ist Microsofts "Windows XP" installiert. Der Computer stammt vom US-Hersteller Systemax, dieser offeriert den Rechner auf seiner Website für 499 Dollar, zusammen mit den ebenfalls im AOL-Angebot enthaltenen Monitor und Drucker käme der Käufer auf etwa 700 Dollar.

Mit dem Lockangebot spitzt sich der Konkurrenzkampf der Internet-Service-Provider in den USA weiter zu. Wettbewerber wie United Online, aber auch MSN locken mit monatlichen Flatrates für Modem-Zugänge zum Preis von knapp zehn Dollar. Breitbandanschlüsse sind bei Comcast - wenn auch zeitlich und regional begrenzt - bereits für unter 20 Dollar je Monat zu haben. Bei AOL kostet der langsame Modemzugang 24 Dollar pro Monat, die DSL-Flatrate knapp 55 Dollar pro Monat. Ende September zählte der Marktführer noch 24,7 Millionen Nutzer, nachdem innerhalb eines Jahres zwei Millionen Kunden ihr Abonnement kündigten und vor allem auf breitbandigere Zugänge umstiegen

Bei AOL Deutschland sind Schnäppchen-PCs bis aus weiteres nicht geplant. Firmensprecher Jens Nordlohne erklärte auf CW-Anfrage, das Unternehmen sei mit der Entwicklung seiner Abonnentenzahlen zufrieden. Gegenwärtig zähle man hierzulande 2,6 Millionen Kundenverträge. (mb)