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AOL Deutschland dementiert Massenentlassungen

06.09.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Online-Dienst AOL Deutschland weist Gerüchte über eine bevorstehende Kündigungswelle nach der Entlassung des Technik-Chefs Maximilian Dichtl zurück. Laut Firmensprecher Jens Nordlohne will der Provider seinen Technikbereich zwar neu strukturieren, dabei fallen jedoch insgesamt nur fünfzig Stellen weg, so dass man nicht von Massenkündigungen sprechen könne. In den USA hatte AOL vor knapp drei Wochen die Entlassung von 1200 Mitarbeitern oder rund acht Prozent aller Beschäftigten bekannt gegeben, weitere 500 Angestellte sollen beim iPlanet-Joint-Venture mit Sun Microsystems ihren Job verlieren (Computerwoche online berichtete).

Nordlohne dementiert außerdem die Darstellung in der Online-Ausgabe des "Manager-Magazin", Dichtl habe wegen der Verschleppung von Projekten und Entwicklungen seinen Job verloren. Dichtl habe vielmehr Hervorragendes geleistet und fungiere weiter als Berater. Dem ehemaligen Chief Operating Officer (COO) wird unter anderem die Schuld an AOLs Spätstart bei DSL-Anschlüssen vorgeworfen. Ein Nachfolger steht laut AOL Deutschland derzeit noch nicht fest. Es sei jedoch korrekt, dass der ehemalige T-Online-Manager Rolf Gleich eingestellt wird. Dieser wurde in der Meldung von "Manager-magazin.de" als Dichtls Nachfolger gehandelt.

T-Online hatte Dichtl zusammen mit drei weiteren Kollegen Mitte November vergangenen Jahres fristlos gekündigt. Ihnen wurde vorgeworfen, indirekt an der Firma Netevent beteiligt, die mit T-Online Geschäfte machte (Computerwoche online berichtete).