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AOL befürchtet Einbruch der Werbeeinnahmen

04.12.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Online-Sparte des Medienkonzerns AOL Time Warner erwartet für 2003 einen drastischen Rückgang ihrer Werbeeinnahmen. Auf einem Treffen mit Analysten teilten die Manager mit, dass der Umsatz in den Bereichen E-Commerce und Online-Werbung voraussichtlich um 40 bis 50 Prozent schrumpfen werde. Die Umsätze in dem Bereichen Werbung und Handel sollen 2002 bei 1,5 Milliarden bis 1,6 Milliarden Dollar liegen. Erst für 2004 rechnet das Unternehmen wieder mit Wachstum.

Der Gesamtumsatz von America Online werde im kommenden Jahr stagnieren. Für 2002 geht das Unternehmen von Einnahmen zwischen 8,8 Milliarden und neun Milliarden Dollar aus. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) dürfte um 15 bis 25 Prozent niedriger liegen als in diesem Jahr. Im laufenden Jahr kalkuliert der Internet-Service-Provider mit einem EBITDA von 1,7 Milliarden bis 1,8 Milliarden Dollar. Damit bekräftigt das Unternehmen seine Erwartungen für 2002.

Der fortwährende Niedergang der Internet-Sparte des Medienriesen dürfte den wirtschaftlichen Druck auf die Time-Warner-Geschäfte weiter erhöhen. „2003 wird ein Jahr des Übergangs“, erklärte Wayne Pase, CFO von AOL Time Warner. „Zu Beginn des Jahres 2004 erwarten wir aber wieder ein solides EBITDA-Wachstum“, so Pase.

Als Gegenstrategie will der Konzern die einzelnen Unternehmenssparten stärker bei AOL einbinden. So sollen die Kunden des Internet-Dienstes künftig exklusiv in den Genuss von Musik, Filmen und Artikeln aus den Magazinen des Time-Verlags, den Filmtöchtern Warner Bros. und New Line sowie der Musikfirma Warner Music Group kommen. Im Zuge dessen soll vor allem das Breitband-Geschäft forciert werden, damit AOL-Kunden die Unterhaltungsangebote überhaupt nutzen können. (bw)