IT-Budgets 2010

Anwender wollen weiter sparen

Spezialgebiet Business-Software: Business Intelligence, Big Data, CRM, ECM und ERP; Betreuung von News und Titel-Strecken in der Print-Ausgabe der COMPUTERWOCHE.
Viele CIOs in deutschen Unternehmen werden auch im kommenden Jahr mit weniger Geld auskommen müssen, prognostizieren die Analysten der Experton Group.

Fast die Hälfte der hiesigen IT-Entscheider erwartet für 2010 ein weiteres Schrumpfen ihres IT-Budgets. Das haben Analysen der Experton Group ergeben. Demnach geht rund ein Drittel der CIOs von einem konstanten IT-Budget aus. Nur ein knappes Fünftel rechnet mit mehr Geld für das kommende Jahr. Vor allem die anhaltende wirtschaftliche Unsicherheit sorge dafür, dass die Verantwortlichen in den Unternehmen ihre Börsen geschlossen hielten. IT-Projekte würden deshalb oft verzögert beziehungsweise gestreckt. An innovative Themen trauten sich die Firmen nur zögerlich und vorsichtig heran.

Angesichts der eher gedämpften Investitionsbereitschaft sei 2010 nur mit einem geringen Wachstum des deutschen IT-Marktes zu rechnen, lautet das Fazit der Analysten der Experton Group. Sie rechnen mit einem Plus von gerade einmal 0,3 Prozent auf ein Volumen von rund 83,1 Milliarden Euro. Erst 2011 sei wieder mit einem höheren Wachstum zurechen. Dann soll der hiesige IT-Markt um 3,5 Prozent auf knapp 86 Milliarden Euro zulegen können. Im laufenden Jahr waren die Geschäfte im Vergleich zu 2008 noch um 4,4 Prozent auf fast 82,9 Milliarden Euro zurückgegangen.

Auch europaweit wird im nächsten Jahr kaum etwas von Aufbruchsstimmung zu spüren sein. Der Umsatz mit Produkten und Diensten der Informationstechnik, Telekommunikation und Consumer Electronics soll 2010 im Vergleich zum Vorjahr um 0,5 Prozent auf 714 Milliarden Euro zurückgehen, berichtete der Branchenverband Bitkom unter Berufung auf Zahlen des European Information Technology Observatory (Eito). Immerhin werde sich der Rückgang damit abschwächen. Im laufenden Jahr war der Markt noch um 2,2 Prozent auf rund 718 Milliarden Euro geschrumpft. Dieser Trend deute dem Bitkom zufolge auf eine Stabilisierung des europäischen ITK-Marktes hin. Die globale Wirtschaftskrise treffe diesen Sektor weniger als viele andere Branchen, verkündete Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer. "Der Aufschwung der Gesamtwirtschaft im kommenden Jahr wird auch zu einer Belebung der Hightech-Märkte führen", lautet seine Prognose. Auch zur Entwicklung des deutschen Marktes hatte sich der Lobbyverband der hiesigen ITK-Branche vor kurzem zuversichtlich geäußert.

Viel wird jedoch davon abhängen, ob dieser Aufschwung wirklich eintrifft. Stark von der Krise betroffene Unternehmen beispielsweise aus dem Maschinen- und Fahrzeugbau würden mit dem Start neuer IT-Projekte warten bis sich die Lage verbessere, räumte Scheer ein. Insgesamt gibt sich der Bitkom-Präsident jedoch optimistisch. "In der Informationstechnik ist ein Investitionsstau entstanden, der sich in den kommenden beiden Jahren auflösen wird." Deshalb werde der europäische IT-Markt nach einem Minus von 2,6 Prozent in diesem Jahr 2010 um 0,6 Prozent auf knapp über 300 Milliarden Euro wachsen.