Business Intelligence

Anwender unzufrieden mit BI-Lösungen

Thomas Pelkmann ist freier Journalist in Köln.
Anwender erhalten immer noch zu viele Informationen, die sie nicht gebrauchen können. Nach wie vor existieren zu viele Reporting- und Analysesysteme im Unternehmen. Dennoch steigen Einsatz und Bedeutung von BI-Lösungen.
Zwei von drei Top-Managern nutzen BI. Aber die Werkzeuge zur Analyse von Geschäftsdaten sind auf dem Weg ins ganze Unternehmen.
Zwei von drei Top-Managern nutzen BI. Aber die Werkzeuge zur Analyse von Geschäftsdaten sind auf dem Weg ins ganze Unternehmen.
Foto: Getty Images

Schon jetzt nutzen zwei von drei Top-Managern Business Intelligence (BI)-Lösungen zur Analyse ihrer Unternehmensdaten. Bereits in naher Zukunft werden gar acht von zehn Führungskräften BI-Werkzeuge auf der Chefetage einführen. Der Schwerpunkt neuer Lösungen soll dabei vor allem auf das Kundenmanagement ausgeweitet werden. 64 Prozent der Unternehmen planen mit elektronischer Unterstützung, ihre Kundenbeziehungen zu verbessern.

Das ist das Ergebnis der dritten Business Intelligence-Studie 2009, die Steria Mummert Consulting gemeinsam mit der Universität Duisburg-Essen durchgeführt hat. Ziel der Studie ist es, die Entwicklung und den aktuellen Stand des BI-Marktes transparent zu machen. An der Erhebung nahmen 127 Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum teil.

Mit diesem Ergebnis bestätigen die Führungsetagen den Trend aus aktuellen internationalen Marktstudien. So stellt etwa der "Gartner EXP CIO Report 2009" fest, dass BI seit mittlerweile vier Jahren Top-Technologiethema für CIOs sei. Nun konstatiert Steria Mummert, dass sich das Thema zunehmend in unterschiedlichen Unternehmensbereichen und Hierarchieebenen als Standardwerkzeug durchsetzt.

Die Herausforderungen an BI-Lösungen steigen mit den Erwartungen ihrer Nutzer.
Die Herausforderungen an BI-Lösungen steigen mit den Erwartungen ihrer Nutzer.

Die Berichtsempfänger erwarten von ihren BI-Lösungen maßgeschneiderte Berichte mit den von ihnen benötigten Auswertungen. Diese Erwartungen, analysiert Steria Mummert den Markt, werden derzeit noch nicht ausreichend erfüllt. "Die Anwender erhalten eine Vielzahl von Informationen, die nicht ihrem individuellen Bedarf entsprechen", kritisiert das Beratungshaus. Nach wie vor existierten "parallele" Reporting- und Analysesysteme, die auf lokaler Datenhaltung basieren und von einzelnen Mitarbeitern beziehungsweise Mitarbeitergruppen betrieben werden.

So ist es logisch, dass die Unternehmen auf eine unternehmensweite Nutzung ihrer BI-Lösungen schielen. Derzeit nutzen 45 Prozent Business Intelligence für das Kundenmanagement. Dieser Anteil wird, so hat Steria Mummert herausgefunden, nach aktuellen Planungen um knappe 20 Prozentpunkte steigen. "Das ist eine Auswirkung der Finanzkrise: Gerade in wirtschaftlich kritischen Zeiten gelangen die Kundenbeziehungen stärker in den Fokus." Neben dem Kundenmanagement gehören auch Planung und Budgetierung zu den wichtigen Entwicklungsbereichen von BI-Lösungen.