Weltweite CIO-Befragung

Anwender investieren trotz Krise in IT

Sabine Prehl ist freie Journalistin und lebt in München.
Massive Einschnitte sind selten, speziell in Europa und den USA bleiben die IT-Budgets gegenüber 2008 unverändert.

Trotz der der schwierigen wirtschaftlichen Lage gehen die IT-Ausgaben der Unternehmen in diesem Jahr nicht zurück. Das hat eine zwischen Mitte September und Mitte Dezember 2008 von Gartner betriebene weltweite Umfrage unter 1527 CIOs ergeben. Demnach bleiben die IT-Investitionen bei einem Drittel der CIOs - vornehmlich aus Europa und den USA - gegenüber 2008 unverändert. Insgesamt haben 46 Prozent ihre Budgets leicht erhöht und 21 Prozent haben sie gekürzt.

Damit werden die weltweiten IT-Ausgaben in diesem Jahr um durchschnittlich 0,16 Prozent, in Europa sogar um 0,48 Prozent steigen. In Deutschland sind die Budgets rückläufig, allerdings nur um 0,38 Prozent. "Die Inflation ist in diese Werte zwar noch nicht eingerechnet, aber es hätte schlimmer kommen können", fasst Dave Aron, Vice President Research bei Gartner und Autor der Studie, zusammen. "Die wichtigste Nachricht ist, dass die Budgets nicht sinken." Wenn überhaupt, nehmen die Anwender moderate Einschnitte vor: "Budget-Kürzungen um zehn Prozent oder mehr planen in Europa nur acht Prozent der Firmen, in Deutschland sind es zehn Prozent", so Aron. Im Schnitt kommen die Unternehmen auf 400 IT-Mitarbeiter und ein IT-Budget in Höhe von 90 Millionen Dollar pro Jahr.

IT gilt als Problemlöser

Dass die Einschnitte nicht stärker ausfallen, führt der Experte zum einen darauf zurück, dass die meisten Anwender ihre IT-Ausgaben in den letzten Jahren nicht nennenswert erhöht haben. Zum anderen sei das Image der IT gestiegen: "In der Dotcom-Krise galt die IT als Teil des Problems. In der derzeitigen Rezession dagegen erhofft man sich von ihr eine Lösung der Probleme", so Aron. "IT-Abteilungen werden heutzutage als verantwortungsvolle Partner gesehen, die dazu beitragen, die Kosten zu senken und das Business effektiver zu machen."