ERP-Zufriedenheitsstudie

Anwender geben ihrem ERP-System gute Noten

12.09.2011 | von Frank Naujoks
Auch wenn die Benutzer laut der aktuellen Studie von i2s zufrieden mit ihren ERP-Lösungen sind, dürfen sich die Anbieter nicht darauf ausruhen. Gerade in Sachen Internationalisierung wachsen die Herausforderungen.
Wie zufrieden sind ERP-Kunden?
Wie zufrieden sind ERP-Kunden?
Foto: Fotolia, Fotolia/Yanik Chauvin

Die Auswahl von ERP-Software ist einerseits einfacher, in anderer Hinsicht aber komplizierter geworden: Einfacher, weil die marktgängigen Systeme in den zurückliegenden Jahren durchgehend einen Reifegrad erreicht haben, der eine falsche Wahl unwahrscheinlicher macht. Komplizierter, weil dadurch die Auswahl an passenden Systemen zugenommen hat. Insgesamt geben die Anwender ihren Softwarelieferanten Noten, die um ein Gut pendeln - große Ausreißer gibt es weder im Positiven noch im Negativen.

Anwender sind mit Software und Partnern von Mittelständlern wie Abas, Comarch, Oxaion und Proalpha zufriedener als mit den Angeboten großer ERP-Konzerne.
Anwender sind mit Software und Partnern von Mittelständlern wie Abas, Comarch, Oxaion und Proalpha zufriedener als mit den Angeboten großer ERP-Konzerne.

Die Funktionalität bleibt zwar Auswahlkriterium Nummer eins, verliert aber zunehmend an Bedeutung. Nannten im vergangenen Jahr noch deutlich über 70 Prozent der Befragten diesen Aspekt als maßgeblich für die ERP-Auswahl, waren es 2011 noch 69 Prozent. Dennoch muss ein Unternehmen, das eine neue ERP-Software evaluiert, an erster Stelle ein System finden, das den jeweiligen spezifischen funktionalen Anforderungen gerecht wird. Mangelt es hier, dann kommen auch die sonstigen Stärken eines Systems nicht zum Tragen. Weitere wichtige Kriterien für die ERP-Auswahl sind aus Sicht der befragten Anwender die Anpassbarkeit der Software (56 Prozent), deren Mittelstandseignung (49 Prozent) sowie die Kompetenz des Anbieters, die Ergonomie des Systems und ein passendes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Fakten zur ERP-Zufriedenheitsstudie 2011

Grundsätzlich ist "Zufriedenheit eine subjektive Größe, die die Befragten aus ihrer persönlichen Perspektive entscheiden. Jedoch ist es gerade diese Zufriedenheit, die eine erfolgreiche ERP-Installation ausmacht. In diesem Sinne sind die Ergebnisse der Studie zwar wichtig für Entscheider und Entwickler, sie sind jedoch nicht das Maß aller Dinge. Die praktische Anwendung der seit dem Jahr 2003 erstellten Zufriedenheitsstudien in verschiedensten Projekten hat gezeigt, dass sich die Resultate der Studie wie ein Barometer verwenden lassen. Ein Barometer erlaubt zwar noch keine verbindliche Wettervorhersage, gibt aber Hinweise, wie sich das Wetter entwickeln könnte. Gleiches gilt auch für die verschiedenen Zufriedenheitsaspekte: Sie geben dem Anwender einen Hinweis, in welchen Bereichen mit Problemen zu rechnen ist, und erlauben so eine bessere Planung. Als ausschließliches Auswahlinstrument ist das "Zufriedenheitsbarometer jedoch ungeeignet.

  • Die i2s-ERP-Zufriedenheitsstudie wurde seit 2003 nun zum siebten Mal betrieben.

  • Im Jahr 2011 antworteten das erste Mal weltweit 1923 Teilnehmer aus 17 Ländern auf Fragen der Studie.

  • Insgesamt wurden 38 ERP-Systeme von Anwendern, die im Frühjahr 2011 einen Online-Fragebogen ausgefüllt haben, mit ausreichenden, statistisch validen Angaben bewertet.

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