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Anti-Spam-Screensaver in der Kritik

02.12.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Ein von dem Portalbetreiber Lycos entwickelter Bildschirmschoner (Computerwoche.de berichtete) sorgt für Diskussionsstoff. Die Software sendet bei Inaktivität des Rechners automatisch Requests an in einer Datenbank hinterlegte URLs, die aus Spam-Mails stammen. Damit wolle man die Server zwar nicht wie bei einer DoS-Attacke komplett in die Knie zwingen, sondern vielmehr deren Leistung beeinträchtigen.

Kurz nach dem Bereitstellen des Tools kursierten Gerüchte, Spam-Versender hätten die Download-Site für den Screensaver gehackt. Das wurde von Lycos jedoch bestritten. Der Server sei lediglich wegen der "überwältigenden Nachfrage" zeitweilig nicht erreichbar gewesen.

Sicherheitsexperten sind indes skeptisch ob des Anti-Spam-Vorstoßes. Lycos wecke damit möglicherweise schlafende Hunde, denn Spammer könnten sich für die ungewollte Aufmerksamkeit mit einer Gegenattacke revanchieren. Aus Sicht von Graham Cluley, Senior Technology Consultant bei Sophos, begibt sich der Portalbetreiber damit zudem auf die gleiche Ebene wie die Spam-Versender. Der Spezialist rät Anwendern, den Bildschirmschoner nicht zu installieren. Er verbrauche nur unnötig Bandbreite und könnte dazu führen, dass Hacker nach Wegen suchen, um den Urheber anzugreifen. (ave)