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Ansturm auf Europas Börsenparketts

04.03.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Noch im März will eine Reihe von europäischen Hightech-Unternehmen ein Going Public wagen. So hat der belgische Carrier Belgacom nun Marktgerüchte bestätigte, wonach die Zeichnungsfrist für die Neuemission bereits am kommenden Montag beginnen soll. Die Bookbuilding-Spanne will der ehemalige Staatskonzern voraussichtlich erst am Sonntag festlegen, nach Analystenschätzungen wird sie zwischen 27 und 31 Euro je Aktie liegen. Gemessen an den 400 Millionen Anteilscheinen wird das Unternehmen damit auf einen Wert von 10,8 bis 12,4 Milliarden Euro taxiert. Bei dem voraussichtlich größten Börsengang in Europa seit 2001 will ein Konsortium von Anteilseignern, zu dem unter anderem SBC Communications (USA), Singapore Telecommunications und TDC (Dänemark) gehören, seine bislang rund 47-prozentige Beteiligung reduzieren. Mehrheitsaktionär von Belgacom bleibt die belgische

Regierung, die an ihrem 50,1-prozentigen Anteil festhalten wird. Eine Kapitalerhöhung ist nicht geplant.

Das Initial Public Offering (IPO) ist für Montag, den 22. März, angesetzt. Belgacom muss sich damit gegen das irische TK-Unternehmen Eircom behaupten, das bereits am Donnerstag den 18. März an die Börse gehen will. Die größte irische Telefongesellschaft will bei ihrem Going Public bis zu 831 Millionen Euro frisches Kapital aufnehmen. Die Preisspanne setzte Eirom am heutigen Donnerstag auf 1,48 bis 1,75 Euro je Aktie fest.

Ein ähnliches Werben um die Gunst der Investoren liefern sich hierzulande zwei Börsenaspiranten aus der Halbleiterbranche. So setzte die Erfurter Chipschmiede X-Fab Semiconductor Foundries AG den 19. März als IPO-Termin fest. Wie am gestrigen Mittwoch bekannt wurde, will das aus dem DDR-Halbleiterkombinat VEB Mikrolektronik hervorgegangene Unternehmen 11,5 Millionen Aktien ausgeben. Die Bookbuilding-Spanne liegt zwischen zehn und 14 Euro pro Anteil. Von führenden Fondsmanagern wurde der Börsengang von X-Fab wegen der "abenteuerlich hohen" Bewertung und mangelnder Transparenz bereits heftig kritisiert (Computerwoche.de berichtete). Die Erfurter halten dennoch an den Konditionen fest, lediglich die Zeichnungsfrist beginnt einen Tag später als geplant am Freitag.

Die Wacker-Chemie-Tochter Siltronic wiederum plant laut Spekulationen aus Finanzkreisen, am 26. März den Gang an die Frankfurter Börse anzutreten. Wie das "Handelsblatt" berichtet, will der weltweit drittgrößte Wafer-Hersteller bei seinem IPO bis zu eine Milliarde Euro erlösen. Bei Siltronic heißt es bislang aber lediglich, man werde noch vor Ostern an die Börse gehen. (mb)