Ortsbasierte Twitter-Alternative

Anonym kommunizieren mit Echo

Moritz Jäger ist freier Autor und Journalist in München. Ihn faszinieren besonders die Themen IT-Sicherheit, Mobile und die aufstrebende Maker-Kultur rund um 3D-Druck und selbst basteln. Wenn er nicht gerade für Computerwoche, TecChannel, Heise oder ZDNet.com schreibt, findet man ihn wahlweise versunken in den Tiefen des Internets, in einem der Biergärten seiner Heimatstadt München, mit einem guten (e-)Buch in der Hand oder auf Reisen durch die Weltgeschichte.
Die Applikation Echo kombiniert anonyme Nachrichten mit positionsbasierten Diensten. So kann man Texte von Nutzern in der Umgebung lesen oder Informationen virtuell mit einer Position verknüpfen.

Apps wie iMessage, der Google+-Messenger oder WhatsApp setzten darauf, dass der Nutzer mit einem genau definierten Gegenüber kommunizieren möchte. Twitter dagegen lebt davon, dass Nutzer ihre News, Meinungen oder Kommentare für jeden Verfügbar ins Web stellen. Die App Echo möchte eine ähnliche Funktion auf mobile Geräte bringen und setzt zusätzlich auf eine regional begrenzte Informationen.

Nach dem Start erhält jeder Echo-Nutzer eine anonyme ID und die Applikation bestimmt die Position des Gerätes. Anschließend zeigt Echo an, wie viele Nutzer sich in einem Umkreis von bis zu 50 km aufhalten und was diese Nutzer bereits auf Echo veröffentlicht haben. Anschließend kann man selbst auf jede dieser Nachrichten antworten. In der aktuellen Ausbaustufe unterstützt Echo lediglich Textnachrichten und entsprechende Antworten.

Echo ist kostenlos und lässt sich aus dem Google Play Marktplatz herunterladen. Die Installation klappt problemlos, eine Registrierung ist nicht notwendig. Die Einstellungen sind übersichtlich, lediglich Dinge wie die Benachrichtigung oder die GPS-Nutzung lässt sich anpassen. Leider gibt es noch keine deutsche Übersetzung der Applikation.

Fazit: Interessantes Konzept

Aktuell ist Echo vor allem in den USA populär. Bei unserem Test waren im Umkreis um München maximal 3 Nutzer aktiv - das ist eindeutig zu wenig, um ordentliche Informationen zu liefern. Echo ist aber ein interessantes Konzept, vor allem, wenn der Dienst weiterhin auf Anonymität setzt. So wird es möglich, virtuelle Nachrichten nahezu überall zu hinterlassen, ohne dass sich diese von anderen Diensten auswerten oder tracken lassen. In einer fremden Stadt kann man so interessante Fakten aufstöbern, Warnungen erhalten oder auf spezielle Aktionen hingewiesen werden.