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Annäherung zwischen Microsoft und Open Source?

16.07.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Wenn es um eine möglichst schnelle Verbreitung von .Net geht, ist Microsoft offenbar zu bis dato unvorstellbaren Schritten bereit: Der Redmonder Softwarekonzern will möglicherweise die Gnome-Firma Ximian bei ihrer quelloffenen .Net-Version "Mono" (Computerwoche online berichtete) für Linux und Unix unterstützen. "Computergram" zitiert David Stutz, als Group Program Manager zuständig für die Shared-Source-Implementierung von Microsofts Common Language Infrastructure (CLI), mit der Aussage: "Wir hatten informelle Gespräche mit Ximian und prüfen, ob technische Hilfestellung Sinn macht." Stutz bezeichnete das Mono-Projekt als "Beweis für die Offenheit und

Trägfähigkeit" der .Net-Plattform. Die Arbeit von Ximian, das bisher keine Stellungnahme abgegeben hat, könne Entwicklern potenziell eine Wahl zwischen mehreren .Net-Plattformen bieten.

Microsofts jüngere Auseinandersetzung mit der Open-Source-Bewegung hatte vornehmlich in einer Reihe von Ausfällen gegen die GNU General Public License (GPL) bestanden (Computerwoche online berichtete). Eine eventuelle Kooperation mit Ximian dürfte sich denn auch nur darauf beschränken, den Erfolg seiner Software-als-Service-Strategie sicherzustellen. Ohnehin stehen aus Sicht der Gates-Company Entwicklern und Anwendern mit Windows XP und dessen integrierten Fähigkeiten wie Instant Messaging, Browser oder Multimedia die besseren Möglichkeiten zur Verfügung (es sei denn, eine Open-Source-Entsprechung würde diese Features ebenfalls bieten). "Microsoft wird auch künftig alles tun, damit Windows der beste Platz für Windows-Anwendungen bleibt. Wenn nun jemand darüber hinaus Windows-basierte Anwendungen für andere Plattformen schreiben möchte, haben

wir nichts dagegen", so Stutz.