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Virtual Reality und Visual Effects

Animago 2016: Digitale Feuerwerke

02.12.2016
Von Katharina Krug
Die eigenen Produkte auf besonders innovative Art und Weise präsentieren und damit die Menschen faszinieren – das ist das Ziel der Unternehmen, die CGI, VR und Augmented Reality einsetzen. Auf der international renommierten Messe Animago, die am 27. und 28. Oktober 2016 in München stattfand, stellten zahlreiche Digital-Künstler ihre beeindruckenden Medienproduktionen vor.

Spektakuläre visuelle Effekte und real wirkende 3D-Doubles, die am Computer entstehen, sind in der Filmbranche mittlerweile nicht mehr wegzudenken. So wurden auf der diesjährigen VFX-Messe Animago 2016 in München die Drachen aus "Game of Thrones" durch Pixomondo zum Leben erweckt und Fans von "Star Wars" konnten die VR-Designs von "Star Wars: The Force Awakens" in 3D bewundern. Doch digitale Animationen und virtuelle Realitäten finden auch in anderen Branchen immer mehr Anklang. Auf der Animago waren dazu spannende Projekte zu sehen: Infected visualisierte für Mercedes Benz ein digitales Musik-Konzert, Adidas präsentierte seine virtuelle Produktpalette und Woodblock erweckte für Playmobil die kleinen Plastik-Männchen zum Leben.

Die Möglichkeiten sind nahezu grenzenlos: Unternehmen können diese speziellen Werkzeuge und Darstellungsmöglichkeiten nicht nur für Produktpräsentationen oder Entertainment nutzen, Virtual Reality hat auch das Potenzial, unsere zukünftige Arbeitswelt zu verändern. Etwa in der industriellen Produktion, bei der Schulung von Mitarbeitern im Unternehmen oder in der Kollaboration als virtuelle Alternative zur Face-2-Face-Kommunikation.

Mixed Reality für einen neuen Blick auf die Wirklichkeit

Looplight faszinierte das Publikum auf der Animago mit einer Live-Vorführung von "Perspektivischem Tracking in Echtzeit" - das Team rund um Matt Finke projizierte einen dreidimensionalen Raum in ein flaches Panel. Mit Hilfe ausgeklügelter Technik verfolgt die Tracking-Kamera den Gegenstand und lässt die 3D-Umgebung aus sämtlichen Perspektiven wirken.

Darüber hinaus präsentierte Looplight verschiedene Mixed-Reality-Workflows im Live-Entertainment und bewies, wie vielfältig solche Installationen aussehen können. Das Unternehmen hat in diesem Jahr beispielsweise die Weltpremiere des Audi A5/S5 in Ingolstadt und die Kia Presse-Konferenz in Paris mit dieser Technologie inszeniert. Die Grundlage für derartig aufwändige Produktionen bilden 4K-Projektoren, Hochgeschwindigkeitsnetzwerke und besonders leistungsstarke und zuverlässige Rechner und Server-Systeme. Das Zusammenspiel der Technik muss dabei besonders robust sein, denn Looplight reist mit dem Equipment von Projekt zu Projekt um die ganze Welt. Looplight setzt hier auf Dell Precision Systeme sowie Alienware-Notebooks als mobile Workstations.

VR-Produktpräsentationen und virtuelle Showrooms

"Wir alle wollen das beste Produkt, die besten Prozesse und die besten Lösungen", Detlef Müller und Michael Müller stellten für Adidas vollkommen virtualisierte Produkt-Portfolios vor - das betrifft bei diesem Hersteller 30.000 neue Produkte pro Saison. Dieser riesige Workload lässt sich nur virtuell und durch geeignete Software bewältigen. Deshalb wird jeder neue Laufschuh und jedes neue Trikot bei Adidas zuerst in 3D erschaffen. Return on Investment entsteht durch diese Herangehensweise in vielen Bereichen des Unternehmens, vor allem im Sales und im Marketing. Die Zeiten, in denen Adidas für das Merchandising mit gigantischen Trucks seine Retailer-Kunden besucht hat, gehören der Vergangenheit an. Showrooms präsentieren sich mittlerweile vollkommen aufgeräumt, mit Touchscreens und sämtlichen Konfigurations- und Bestellmöglichkeiten für die Kunden.

Grenzenlose digitale Möglichkeiten

Eine weitere digitale Produktions-Möglichkeit zeigte Infected für Mercedes. Zum 20jährigen Jubiläum des Lieferwagens Sprinter wurde digital ein atemberaubendes Rockkonzert geschaffen. Gezeigt wird im Grunde nur ein Shot in einer einzigen Kamerafahrt. Dieser sogenannte "Frozen Moment" ist nicht wirklich real sondern ein fiktionales Event, das in CGI produziert wurde. "Wir mussten alles faken, was nach Festival aussieht, denn das hätten wir sonst an keinem Festival-Ort der Welt realisieren können", erklärte Henning Westerwelle von Infected. So wurde als Basis eine Soundstage verwendet, die für Tracking-Zwecke per Lidar-Technik (light detection and ranging) gescanned wurde. 300 Menschen mussten für diesen Moment stillstehen, die restlichen Menschenmassen und sämtliche typischen Details eines Festivals wurden simuliert.

And the winner is…

Zu guter Letzt wurden auf der Animago auch wieder Preise durch eine Experten-Jury verliehen. Dass hinter Werbeproduktionen nicht immer ein realer Kundenauftrag stehen muss, bewiesen die Gewinner der besten Werbeproduktion 2016: Ein Studententeam der Filmakademie Baden-Württemberg produzierte u.a. mit der AR/VR-Realtime-Camera-Tracking-Lösung Ncam einen spektakulären Commercial namens "Face the Darkness" für eine fiktionale Biermarke.

Auf der diesjährigen Animago wurden auch Sonderpreise für 3D-Architektur-Projekte verliehen. So überzeugte "Spatial Bodies" von Stefan Larsson die Jury. Die realen Bilder dieser Produktionen wurden mittels einer Drohne aufgezeichnet. Diese überflog die japanische Stadt Osaka in 100 Metern Höhe und erstellte so eine 360-Grad-Panoramafahrt. Die ausgetüftelte 3D-Modellierung erzeugte dann eine faszinierende, surreale Stadt der Zukunft.

Die Vielfalt an Visualisierungsmöglichkeiten, die sich durch die zahlreichen neuen digitalen Technologien ergeben, sind enorm. Was die vorgestellten Beispiele auf der Animago zeigen: hier spürt und lebt man bereits die Trends der Zukunft. Viele zukunftsfähige Unternehmen gehen bereits jetzt den entscheidenden Schritt in Richtung Innovation und faszinieren durch individuelle und kreative Umsetzungen.

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