Angela Weißenberger, Lorenz Bahlsen Snack-World: "Faszination für Technik reicht nicht"

Sabine Prehl ist freie Journalistin und lebt in München.
Als CIO des Knabbergebäckherstellers Lorenz Bahlsen interessiert sich Angela Weißenberger vorrangig für die Auswirkungen, die die IT auf das Geschäft hat.

Angela Weißenbergers wichtigstes Projekt in den zurückliegenden zwei Jahren ist die Ausschreibung zu einem Folge-Outsourcing nach einem bereits zehnjährigen Auslagerungsvorhaben. Damit verbunden ist eine komplette Neuaufstellung der IT von Lorenz Bahlsen Snack-World. Sie hat in diesem Jahr zu einer deutlichen Mehrbelastung der Mitarbeiter geführt.

Angela Weißenberger auf einen Blick: Stationen, Projekte, Ansichten.
Angela Weißenberger auf einen Blick: Stationen, Projekte, Ansichten.

Die Transition ist im vollen Gange und soll bis Weihnachten 2007 abgeschlossen sein. Angesichts der langjährigen Vertragsbindung und des sehr weit gehenden Outsourcings war Angela Weißenberger eine gründliche Ausschreibung inklusive ausführlicher Due Diligence sehr wichtig. Der Prozess dauerte daher rund eineinhalb Jahre.

IT-Abteilung im Umbruch

Doch es gibt noch weitere Herausforderungen: Der Split des SAP-ERP-Systems, der Release-Wechsel auf ECC 6.0 sowie die Umstellung und Neuausrichtung der Logistik – all diese Maßnahmen wurden anlässlich der IT-seitigen Herauslösung der Lorenz-Gruppe aus dem alten Bahlsen-Verbund in Angriff genommen: 1999 war die ehemalige Bahlsen KG in drei unabhängige Unternehmen aufgeteilt worden.

Business-Aspekte haben Vorrang

Bei allen Projekten geht es ihr vorrangig um die jeweiligen Auswirkungen, die sich aus technischen Entwicklungen für das Business ergeben. Wirtschaftliche Aspekte sind ihrer Meinung nach entscheidend, wobei strategische Überlegungen Vorrang haben können. IT im Unternehmen dürfe kein Selbstzweck sein: "Die Faszination für eine neue Technologie reicht für die Entscheidung zur Einführung nicht aus."

Durch die mit dem Projekt verbundenen Umstellungen wird Lorenz Snack-World erhebliche Einsparungen erzielen. Der Return on Investment (RoI) ist laut Weißenberger "sehr gut", genauere Angaben hierzu möchte sie nicht machen.