Günstige Tablets

Android-Tablets unter 150 Euro

Thomas Rau ist Ressortleiter Hardware bei der PC-WELT. Sein Spezialgebiet sind Notebooks: Seit 1998 testet er Business- und Consumer-Laptops sowie andere mobile Geräte für unsere Schwesterpublikation. Zu seinen Themenbereichen gehören außerdem WLAN und Netzwerke.
Wie gut ist günstig? Der Vergleichstest klärt, ob Sie auch mit Android-Tablets unter 150 Euro Surf- und Spielspaß erleben können oder ob der Bedienungs-Blues überwiegt.

Tablets, die weniger als 150 Euro kosten, sollen mobile Grundbedürfnisse befriedigen: Sie wollen damit surfen, Mails schreiben, den Facebook-Status aktualisieren, Fotos und Filme schauen. Dafür braucht es keinen leistungsstarken Quad-Core-Prozessor oder ein Display mit Full-HD-Auflösung, denn Tablets mit diesen Vorzügen sind meist teurer.

Was aber auch bei einem sehr günstigen Androiden stimmen sollte, sind flüssige Bedienung, ordentliche Akkulaufzeit und eine Bildschirmqualität, die zumindest fürs Surfen auf der Couch im gut beleuchteten Wohnzimmer genügt. Alles, was darüber hinausgeht wie zahlreiche Anschlüsse, großer Speicher oder ein hochwertiges Gehäuse, ist bei Tablets dieser Preisklasse wünschenswert, aber nicht kaufentscheidend.
Sieben Tablets unter 150 Euro müssen sich im Test beweisen, darunter fünf 7-Zoll-Androiden, ein 8-Zoll-Gerät und ein Tablet mit 9,7-Zoll-Display.

Bedienung und Rechenleistung

In allen Geräten im Testfeld sitzt ein Dual-Core-Prozessor - meist von Chipherstellern aus der zweiten Reihe wie Mediatek, Rockchip oder Imap. Diese CPUs sind günstiger für die Tablet-Hersteller als Top-Prozessoren von Nvidia oder Qualcomm. In den meisten Tests erweisen sie sich aber als ähnlich leistungsfähig, zum Beispiel im Browser-Test Sunspider. Ähnliches gilt für Spiele: Die meisten laufen ohne merkliches Ruckeln, bei Spielen mit vielen Effekten oder HD-Auflösung geht den Billig-Tablets aber die Luft aus - ähnlich wie vielen teuren Tablets, sofern in ihnen nicht beispielsweise ein aktueller Snapdragon S4 sitzt.

Viel wichtiger als pure Prozessor-Power ist das Zusammenspiel von CPU, Betriebssystem und Apps. Machen sich die Hersteller die Mühe, Android und eigene Apps anzupassen, werden Sie mit einer flüssigeren Bedienung belohnt: Besonders gut machen das im Test das HP Slate 7, das Acer Iconia B1, das Asus Memopad HD 7 und das Samsung Galaxy Tab 2 7.0. Bei den Tablets von Lenovo, Hannspree und Intenso fällt dagegen vor allem auf Webseiten mit vielen Bildern ein deutliches Ruckeln auf, das den Surfspaß beeinträchtigt.

Akkulaufzeit

Viele günstige Androiden sind Mini-Tablets mit 7- oder 8-Zoll-Bildschirm. Sie besitzen einen kleineren Akku als die großen 10-Zoll-Geräte und haben eine dementsprechend kürzere Akkulaufzeit: Im Test kann nur das Asus Memopad HD 7 mit einer Laufzeit zwischen sechs und 7,5 Stunden überzeugen, die anderen liegen nur bei vier bis sechs Stunden, das Acer Iconia B1 sogar noch darunter.
Bildschirm

Mit hohen Auflösungen wartet keines der Testgeräte auf - abgesehen vom Asus Memopad HD 7, das auf seinem 7-Zoll-Bildschirm 1280 x 800 Bildpunkte zeigt, was mit einer Punktdichte von 216 ppi für ein angenehmes Schriftbild und scharfe Icons sorgt. Bei allen anderen Tablets wirken Buchstaben bei genauem Hinsehen stufig.

Samsung Galaxy Tab 2 7.0
Samsung Galaxy Tab 2 7.0

Helligkeit, Kontrast und Farbwiedergabe überzeugen beim Samsung Galaxy Tab 2 7.0, beim Asus Memopad HD 7 und mit Abstrichen bei der Farbdarstellung auch beim HP Slate 7. Aber auch bei den anderen Tablets wirken zumindest in ordentlich beleuchteten Innenräumen die Displays noch ordentlich und reichen fürs Surfen auf jeden Fall aus. Bei den Tablets von Hannspree und Acer stört aber ein stark eingeschränkter Blickwinkel, der Sie dazu zwingt, dass Sie das Tablet immer in einem bestimmten Winkel halten müssen, um darauf etwas zu erkennen.


Ausstattung

Die Tablets von Hannspree, HP und Intenso haben nur 8 GB internen Speicher - das wird knapp, wenn Sie Fotos, Filme und viele Apps sammeln. Besser sind Sie mit den 16 GB der anderen Testkandidaten bedient. Allerdings haben alle Geräte einen Einschub für Micro-SD-Karten, auf die sich Fotos, Filme und Musik verschieben lassen, um internen Speicher freizumachen.

Einen HDMI-Ausgang, um das Tablet an einen größeren Monitor anzuschließen, bieten nur die Geräte von Hannspree und Intenso. Bis auf das Acer Iconia B1 besitzen alle Tablets eine rückwärtige und eine Front-Kamera. Das Acer-Tablet hat nur die Front-Kamera für Videotelefonie.
Bei der Netzwerkausstattung bildet das Lenovo Ideapad A2107A die große Ausnahme im Testfeld: Es ist das einzige Tablet mit 3G-Modem. Alle anderen haben nur WLAN - und auch das funkt, abgesehen vom Samsung Galaxy Tab 2 7.0, nur über die häufig stark gestörte 2,4-GHz-Frequenz.

Fazit

Das Asus Memopad HD 7 ist das beste Tablet unter 150 Euro: Bei den Kernkategorien Bedienung, Bildschirmqualität und Akkulaufzeit zeigt es kaum Schwächen. Außerdem bringt es viele Apps mit. Einzig das lahme WLAN enttäuscht.

Asus Memopad HD 7
Asus Memopad HD 7

Das HP Slate 7 funkt schneller per WLAN und hat ein helleres Display, aber weniger Speicher und eine geringere Display-Auflösung. Eine flüssige Bedienung und ein heller, farbstarker Bildschirm zeichnen das Samsung Galaxy Tab 2 7.0 aus: Das Modell für unter 150 Euro hat allerdings nur 8 GB Speicher.

Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag der CW-Schwesterpublikation PC-Welt. (mhr)