MWC

Android-Attacke in Barcelona

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Die bereits für 2009 erwartete Welle an Google-Android-Geräten kommt nun ein Jahr später, könnte die Konkurrenz aber dafür mit voller Wucht treffen.
T-Mobile bietet das "U8110" von Huawei unter dem Namen "Pulse mini" an.
T-Mobile bietet das "U8110" von Huawei unter dem Namen "Pulse mini" an.

Nachdem es im vergangenen Jahr auf der weltgrößten Mobilfunkmesse nur wenig Android-Geräte zu bestaunen gab, finden sich auf dem Mobile World Congress (MWC) 2010 zahlreiche Smartphones mit dem mobilen Betriebssystem von Google. Hersteller sind bekannte Anbieter wie Sony Ericsson und Motorola, aber auch Exoten (zumindest in westlichen Industrieländern) wie ZTE und Huawei.

Schuld an der Verspätung im vergangenen Jahr hatte Google selbst. Weil der Internet-Riese nur unter der Bedingung, bei Look & Feel ein Wörtchen mitzureden, Unterstützung für Android-Phones gibt, konnte auf dem MWC 2009 nur Kooperationspartner HTC mit einem (funktionierenden) Android-Smartphone, dem "Magic", vorstellig werden. Lediglich bei Huawei schlummerte noch ein Mockup eines Android-Geräts in der Vitrine, das "U8220" - das dann später als "T-Mobile Pulse" auf den Markt kam.

Inzwischen scheint Huawei die Android-Plattform voll im Griff zu haben. Der hierzulande eher als Lieferant von UMTS-Dongles bekannte Netzwerkausrüster kam dieses Jahr gleich mit einer ganzen Reihe an Google-Geräten nach Barcelona, darunter dem vermutlich ersten Android-Smartphone mit HSPDA+: Das "U8800" genannte Flaggschiff-Modell hat eine Bildschirm-Diagonale von 9,7 Zentimetern, läuft mit Android 2.1 und unterstützt - zumindest theoretisch - eine Bandbreite von 14 Mbit/s im Download.

Etwas ungewohnt präsentiert sich dagegen das in grün, gelb und lila angebotene "U8300". Das Gerät adressiert laut Huawei primär den mobilen Nachwuchs und bindet entsprechend beliebte Social-Networking-Tools wie Facebook und Twitter ein. Wie hip die Jugend das Android-Smartphone tatsächlich findet, wird sich ab dem zweiten Quartal zeigen, wenn das U8300 in Europa in den Handel kommen soll.

Als günstige Einsteiger-Smartphones mit Android sind die Modelle "U8100" und "U8110" konzipiert. Beide besitzen einen 7,1 Zentimeter großen Touchscreen, zwei Kameras, WLAN und Bluetooth und sollen im zweiten Quartal in Europa auf den Markt kommen - beim U8110 handelt es sich wohl um das ebenfalls in Barcelona von T-Mobile angekündigte "Pulse mini".

Der ebenfalls chinesische Anbieter ZTE brachte gleich fünf Android-Smartphones nach Barcelona mit. Dazu gehört unter anderem das preisgünstige Modell "Racer" mit Android 2.1 ("Donut"), 2,9 Zoll-Touch-Display, Kompass und UMTS. Etwas besser ausgestattet ist das ZTE "Blade": Es verfügt über ein 3,5-Zoll-OLED-Display mit WVGA-Auflösung und unterstützt neben UMTS auch WLAN. Ein GPS-Modul sowie ein integriertes Radio sind ebenfalls verbaut.

Mittlerweile komplett auf Android eingestellt ist der US-amerikanische Hersteller Motorola. Das Unternehmen stellte auf der Messe mit dem reinen Touchscreen-Device "Quench" nun bereits sein achtes Smartphone mit Google-Betriebssystem vor. Das Einsteigermodell verfügt über einen 3,1 Zoll großen Touchscreen, der 320 mal 480 Bildpunkte auflöst. Zur Ausstattung gehören weiterhin UMTS, Fünf-Megapixel-Kamera und GPS.

Sony Ericsson zeigte auf der Messe zwei neue Android-Smartphones auf Basis des im November vorgestellten "Xperia X10". Ähnlich wie Nokia es mit "N97" und "N97 mini" vorexerziert hatte, handelt es sich dabei um zwei kleinere Ableger, genannt "X10 Mini" und "X10 Mini Pro". Die Geräte sind deutlich kleiner und zudem schwächer ausgestattet als ihr großer Bruder X10, werden dafür jedoch zum annähernd halben Preis (320 bis 350 Euro) angeboten. Beide verfügen über einen 2,5-Zoll-Touchscreen mit 240 mal 320 Pixel Auflösung, HSDPA, GPS, WLAN und eine Fünf-Megapixel-Kamera. Wesentlicher Unterschied der Mini-Geräte ist die ausziehbare Qwertz-Tastatur der Pro-Version, diese bringt außerdem ein paar mehr Gramm auf die Waage.