Google zieht die Zügel fester

Android 7.0 Nougat: Hersteller müssen mehr Standards einhalten

10.11.2016
Google hat das einer jeden neuen Android-Version zugrunde liegende "Compatibility Definition"-Dokument für das aktuelle Betriebssystem Android 7.0 Nougat veröffentlicht.
Google definiert für Android 7.0 Nougat mehr Hardware-Standards.
Google definiert für Android 7.0 Nougat mehr Hardware-Standards.
Foto: Google

In diesem Regelwerk spricht das Unternehmen Empfehlungen aus und gibt Richtlinien für Hersteller vor, die sie einhalten müssen um ihre Geräte mit den Google-Diensten bespielen und schließlich verkaufen zu dürfen. Neue Punkte darin betreffen proprietäre Ladestandards, die Vulkan API, den Multi-Window-Modus, Rufnummernblockierung und die analoge Kopfhörerbuchse.

Ein wichtiges Anliegen ist es Google offenbar, Ordnung in das sich über die vergangenen Jahre entwickelte Chaos rund um Ladestandards und USB-Anschlüsse zu bringen. Durch proprietäre Techniken der Hersteller wie Huaweis SuperCharge, Dash Charge von OnePlus oder Mediatek Pump Express sind nicht alle Schnellladestandards zueinander kompatibel und erfordern je ihre eigenen Ladeeinheiten. Diesen Zustand will Google beenden und empfiehlt den Einsatz der USB-Power-Delivery-Methode, wie sie vom USB IF standardisiert wurde. Wie Google außerdem androht, könnte aus der Empfehlung, alle USB-C-Geräte zu handelsüblichen USB-C-Netzteilen kompatibel zu gestalten, in kommenden Android-Versionen eine Pflicht werden.

Auch den mit Android 7.0 Nougat eingeführten Multi-Windows-Modus will das Unternehmen nach den neuen Richtlinien nur in der eigens erdachten Form auf Smartphones sehen. Der schon in früheren Android-Versionen beispielsweise von Samsung genutzte Mehrfenstermodus dürfte damit auf kommenden Nougat-Smartphones nicht mehr anzutreffen sein. Hersteller können sich aber auch dazu entscheiden, komplett auf das Feature zu verzichten, beispielsweise wenn der Bildschirm zu klein ist oder die Leistung des Geräts nicht ausreicht.

Auch beim Thema Nummern-Blockierung zeigt sich Google strikt, diese müssen Hersteller mitsamt Nutzer-Interface sowohl für Anrufe als auch für SMS-Nachrichten in ihre Android-Auflagen einpflegen. Weiter bestimmt das Unternehmen, dass sofern ein 3,5-mm-Klinkenanschluss vorhanden ist, dieser auch mindestens vierpolig ist, um den Einsatz von Fernbedienungen zu ermöglichen. Keine Pflicht besteht hingegen für die Kompatibilität eines Chipsatzes zur neuen Vulkan API. Gerüchte, nach denen die älteren Qualcomm-Platinen Snapdragon 800 und Snapdragon 801 wegen fehlender Vulkan-Treiber nicht mehr mit Android 7.0 Nougat lauffähig sind, stellen sich somit als falsch heraus.

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