Europäisches Konsortium gegründet

Analysten: Die DV-basierte Spracherkennung startet durch

16.10.1998

Schon in den kommenden Jahren werden Spracherkennungssysteme in sämtlichen neuen PCs und anderen Privatanwendergeräten zum Standard gehören, prophezeien die Analysten von Technical Insights aus Englewood, New Jersey. Nach Ansicht von Harry Goldstein, Verfasser des Reports "Speech Recognition: From Smart Appliances to Intelligent Environments", tragen in erster Linie die permanent sinkenden Hardwarepreise sowie die rapiden Fortschritte im Spracherkennungsbereich zu dieser Entwicklung bei.

Daß die Spracherkennung trotz mittlerweile akzeptabler Erkennungsqualität noch nicht den Durchbruch schaffen konnte, hängt nach Ansicht von William Meisel, Herausgeber des monatlich erscheinenden "Speech Recognition Update" aus Tarzana, Kalifornien, mit dem Internet zusammen, in das die Hersteller momentan mehr Engagement investieren als in andere PC-basierte Technologien.

Reservierungssystem bei American Airlines

In den Vereinigten Staaten hat sich die Sprachtechnologie zumindest teilweise durchgesetzt: Das Investment-Haus Charles Schwab & Co. beispielsweise nutzt mit "Voicebroker" ein System, das seinen Kunden Aktieninformationen per Spracherkennungssystem telefonisch übermittelt. Die Fluggesellschaft American Airlines wiederum entwickelt momentan ein sprachgestütztes Reservierungssystem auf Basis von Spracherkennungslösungen.

Zwischenzeitlich hat in Europa das Netzwerk Euromap seine Arbeit aufgenommen. Der Zusammenschluß besteht aus nationalen Knotenpunkten in 17 europäischen Ländern, in denen sämtliche relevanten Informationen über sprachtechnologische Projekte, Programme und Aktionen zusammenlaufen.

Projektförderung angestrebt

In Deutschland fungiert die VDI/VDE-Technologiezentrum Informationstechnik GmbH als Anlaufstelle. Interessenten aus Wissenschaft und Wirtschaft sowie Anwender werden dabei über neueste Entwicklungen zum Thema Sprachtechnologie in der EU informiert, heißt es beim Technologie-Zentrum. In strategischen Runden soll darüber hinaus die Nutzung von Sprachtechnologien in verschiedenen Anwendungszusammenhängen diskutiert werden. Ziel ist, innovative Ideen zu Produkten oder Dienstleistungen, die mit Sprachtechnologie zu tun haben, für eine mögliche Projektförderung durch die Europäische Kommission vorzubereiten.

Unter anderem soll es um computergestützte Diktiersysteme, Sprecher-Authentifizierung und die Sprachsteuerung technischer Geräte gehen. Dazu kommen Übersetzungssoftware im Internet, multilinguale Textsuchsysteme, sprachgestützte E-Mail-Funktionen und automatisierte Systeme zur Produktion, Edition und Klassifizierung von mehrsprachigen und multimedialen Dokumenten. Auch sind Projekte im Call-Center- oder Electronic-Commerce-Bereich angestrebt. Weitere Informationen lassen sich unter http://www.vdivde-it.de/EUROMAP abrufen.