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Analysten beäugen Peoplesoft-Prognosen skeptisch

23.03.2004

Trotz anders lautender Beteuerungen von Peoplesoft (Computerwoche.de berichtete) sehen viele Analysten in dem feindlichen Übernahmeangebot von Oracle weiterhin ein Damokles-Schwert für den Softwareanbieter. So senkte Brent Thill von der Prudential Equity Group die Umsatz- und Ergebnisprognose für Peoplesoft im laufenden ersten Quartal und im Gesamtjahr 2004 mit der Begründung, die Bedrohung durch Oracle wirke sich nach wie vor negativ auf die Akquise neuer Aufträge aus. Daran ändere auch die Tatsache nichts, dass das US-Justizministerium die Pläne des Datenbankriesen aus Wettbewerbsgründen kippen will. Die Bewertung der Peoplesoft-Aktie beließ Thill aber bei "neutral".

Adam Holt von J.P. Morgan Securities ist ebenfalls der Ansicht, dass Peoplesoft seine aggressiven Umsatzziele für das Gesamtjahr verfehlen könnte. Der Preisdruck habe in den vergangenen sechs bis neun Monaten deutlich zugenommen, so Holts Begründung. Trotz der aktuell günstigen Bewertung der Aktie werde es für das Papier schwierig, zuzulegen, heißt es in dem Analystenbericht weiter. Holt stufte den Kursausblick der Aktie aber weiterhin als "neutral" ein.

Peoplesoft hatte Ende Januar für 2004 einen Pro-forma-Gewinn zwischen 92 und 95 Cent pro Aktie in Aussicht gestellt. Die Einnahmen sollen gleichzeitig gegenüber 2003 von 2,27 Milliarden auf 2,8 bis 2,9 Milliarden Dollar ansteigen. Weniger optimistisch waren hingegen die Erwartungen für das ausklingende erste Quartal: Hier rechnet Peoplesoft mit einem Umsatzrückgang um 25 bis 30 Prozent gegenüber dem Schlussquartal 2003 (685,2 Millionen Dollar). Der Pro-forma-Gewinn soll zwischen 17 und 18 Cent pro Aktie betragen. Im Schlussquartal 2003 hatte der SAP-Konkurrent noch ein Plus von 20 Cent je Anteil vor Sondereffekten erzielt (Computerwoche.de berichtete). (mb)