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Ampeg kämpft gegen den Strom

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Das Bremer IT-Security-Unternehmen Ampeg arbeitet seit 2007 daran, den internen Stromverbrauch intensiv zu senken. Die deutlichsten Einsparungen konnte Ampeg dabei mittels der Virtualisierung seiner Server erzielen.
Neben dem Kampf gegen unnötigen Stromverbrauch ist Ampeg auch im Umweltschutz aktiv. Foto: BMU 14697
Neben dem Kampf gegen unnötigen Stromverbrauch ist Ampeg auch im Umweltschutz aktiv. Foto: BMU 14697

"Ein Unternehmen auf Energieeffienz zu trimmen ist kein Hexenwerk", so die Ansicht von Peter Graf, Geschäftsführer von Ampeg. "Wenn so ein Projekt vor allem unter Klimaschutzaspekten betrachtet wird, gehört auch eine gute Portion Idealismus dazu." Doch die Ergebnisse können sich sehen lassen: Im Vergleich zum Jahr 2007 verbrauchen wir heute über 30 Prozent weniger Strom pro Jahr."

Sofortmaßnahmen

Bereits im Jahr 2003 führte Ampeg Recycling-fähige, sehr leise und stromsparende "Green-PCs" ein - lange vor Inkrafttreten der Umweltrichtlinien WEEE und RoHS, die unter anderem das Recycling zur Pflicht machen. "Ansonsten haben wir das Thema Stromeinsparung nur punktuell betrachtet", so Graf. "Insbesondere beim Betrieb des Rechenzentrums haben wir den Stromverbrauch der vorhandenen Geräte nicht in Frage gestellt." Das umfangreiche Einsparungspotenzial erschloss sich erst beim genaueren Hinsehen: Bewaffnet mit einem Strommessgerät und einem alten Stromzähler nahm Ampeg die elektronischen Geräte im gesamten Betrieb unter die Lupe.

Mogelpackung Stromsparmodus?

Die Strommessung an den Netzwerkdruckern sorgte bei Ampeg für ein besonderes Aha-Erlebnis: "Wir hatten uns extra Modelle mit Stromsparmodus zugelegt und diesen auch aktiviert", so Graf. "Die Stromsparmaßnahme des Geräts besteht jedoch einzig und allein darin, dass das Display dunkel geschaltet wird." Eine einfache Zeitschaltuhr sorgt nun dafür, dass die Drucker nur noch während der Geschäftszeiten Strom ziehen - je nach Druckertyp werden so bis zu 144 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr eingespart.

Für die PC-Arbeitsplätze fand Ampeg ebenfalls eine leicht umsetzbare Lösung, um den Stromverbrauch zu senken. Ein Eintrag in der Group Policy des Active Directory sorgt dafür, dass die Rechner in Arbeitspausen nach zehn Minuten die Festplatte und nach 15 Minuten den Monitor abschalten. Nach 20 Minuten wird der "Sleep-Modus" aktiviert, in dem die Rechner statt 88 Watt nur noch 3,5 Watt verbrauchen.

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