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Amerikanischer Provider beklagt unfaire Vergabe von eu-Domänen

12.04.2006
Angeblich soll die Nachlässigkeit der "European Registry of Internet Domain Names" (EUrid) Manipulationen Tür und Tor geöffnet haben.

Bob Parsons, CEO des amerikanischen Providers GoDaddy wirft der EUrid vor, Registrare für eu-Domänen nicht ausreichend überprüft zu haben (siehe: "Riesen-Run auf ".eu"-Domains"). Es habe ausgereicht, eine Firma zu sein und zu bestätigen, dass Domänennamen unter gleichen Bedingungen an alle Kunde weitergegeben würden. Außerdem mussten 10000 Euro an Kaution hinterlegt werden. Die EUrid habe nicht überprüft, ob die Kandidaten schon in der Vergangenheit in diesem Geschäft tätig waren.

Parsons behauptet, dass diese laxen Kontrollen von einigen Providern ausgenutzt wurden, um sich lukrative Domänennamen zu sichern. Das Vergabeverfahren sieht nämlich vor, dass sich alle Registrare in einer Schlange anstellen müssen, um eine Domäne zu erhalten. Kommen Sie an die Reihe und ist der gewünschte Name noch frei, dann können sie diesen erwerben, andernfalls gehen sie leer aus. Anschließend müssen sich wieder hinten anstellen. Unlautere Bewerber manipulieren laut GoDaddy diese Spielregeln, in dem sie Hunderte Registrare an den Start schickten. Viele von ihnen seien erst Stunden vor dem Beginn des Verfahrens angemeldet worden. Während ein korrekt agierender Provider pro Durchlauf maximal eine Domäne ergattern könne, würden die unlauteren Wettbewerber Dutzende Namen registrieren.

Als Opfer der monierten EUrid-Nachlässigkeit sieht Parsons die Europäer selbst. Da vor allem einige wenige Amerikaner das Verfahren manipuliert hätten, werden europäische Unternehmen ihre begehrte EU-Domäne möglicherweise über eine Auktion teuer ersteigern müssen. (ws)