Bei Navy-Forschungsauftrag angeblich Budget erheblich überzogen:

Amerikanische Marine unzufrieden mit IBM

17.05.1985

MÜNCHEN (CW) - Die amerikanische Marine ist unzufrieden mit IBM und hat nach Abschluß des ersten Abschnittes eines mit 1,7 Milliarden Dollar dotierten Forschungsauftrages die nächsten Abschnitte des Projekts für weitere Anbieter geöffnet.

Big Blue war einziger Anbieter in der ersten Phase des Forschungs- und Entwicklungsprojektes, in dessen Rahmen es um die Ausrüstung von rund 20 Atom-Unterseebooten der Los-Angeles-Klasse mit Computersystemen zur Überwachung sowjetischer U-Boote ging. Im Senat und bei der Navy war man bei der Erteilung des Entwicklungsauftrages davon ausgegangen, daß IBM ohne weitere Ausschreibung auch den zweiten und dritten Abschnitt des Projekts durchführen werde. Nun aber habe sich die Marine entschlossen, weitere Gebote einzuholen. Dem Vernehmen nach werden sich an dieser Ausschreibung Raytheon, General Electric und Rockwell beteiligen.

Nach Informationen aus Washington soll IBM das Budget um 800 Millionen Dollar überzogen haben. Zudem sollen die von IBM für dieses Projekt entwickelten Speicherchips nicht leistungsfähig genug sein. Ein Sprecher der zuständigen IBM-Division in Betheseda bestritt unterdessen, daß das Budget um die genannten Beträge überschritten worden sei. Nach IBM-Schätzungen belaufen sich die Mehrkosten auf weniger als 100 Millionen Dollar. IBM erklärte weiter, daß alle Teile des Computersystems den vertraglich vereinbarten Spezifikationen entsprächen.