Mit Hilfe von Big-Data-Analysen

Amerikanische Krankenhäuser senken Sterberaten auf Intensivstationen

Heinrich Vaske ist Editorial Director von COMPUTERWOCHE und CIO. Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung beider Medienmarken - im Web und in den Print-Titeln. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte und moderiert Veranstaltungen.
Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT) suchen in Massendaten von Intensivstationen nach Hinweisen, wie sich die Sterbequoten verringern lassen. Hintergrund ist, dass viele Faktoren – oft in Korrelation – Einfluss auf die Genesung nehmen können.

So kann der Einsatz bestimmter Instrumente oder Behandlungsverfahren an falscher Stelle oder in einem ungünstiger Rahmen zu fatalen Ergebnissen führen. Auch die Frequenz von Kontrollen, Visiten oder Besucherzugang kann Einfluss auf die Rekonvaleszenz haben. Die Menge der Zusammenhänge, die hier wirken, ist kaum überschaubar, weshalb nun dort, wo früher von Hand ausgefüllte Checklisten zum Einsatz kamen, komplexe Datenanalysen neue Erkenntnisse bringen sollen. Das Projekt, dem sich einige Hospitäler angeschlossen haben, stützt sich auf eine Vielzahl medizinischer Datensätze und Informationen aus diversen Quellen. Es geht darum, Zusammenhänge zu entdecken, wo sie niemand gesucht oder vermutet hat.

Zu den Krankenhäusern, die sich einem Artikel des "Wall Street Journal" zufolge angeschlossen haben, gehört das Beth Israel Deaconess Medical Center in Boston. Dort haben erste Analysen von Patientendaten aus den Jahren 2012 bis 2014 etwa gezeigt, dass die Risiken steigen, wenn eine bestimmte Zahl von Schwerkranken auf der Station überschritten wird oder das Pflegepersonal weniger als ein Jahr Erfahrung hat. Ziel des Projekts ist es, Ärzte über ein Dashboard präventiv auf potenziell kritische Situationen aufmerksam machen zu können.