Nach verbesserter Offerte

America Movil stellt sich hinter Verkauf von E-Plus

26.08.2013
America Movil, der mexikanische Großaktionär von KPN, macht den Weg für den Verkauf von E-Plus an Telefonica Deutschland frei.

Nachdem die Übernahmeofferte aufgestockt wurde, will das vom Milliardär Carlos Slim kontrollierte Unternehmen auf der außerordentlichen Hauptversammlung von KPN für den Verkauf der deutschen Ertragsperle stimmen. Das teilte der niederländische Telefonkonzern am Montag in Den Haag mit.

Die KPN-Zentrale in Den Haag
Die KPN-Zentrale in Den Haag
Foto: KPN

Nach dem Abschluss der Transaktion wird KPN an Telefonica Deutschland einen Anteil von 20,5 Prozent halten. Zuvor waren lediglich 17,6 Prozent vorgesehen. Die Niederländer gewähren der spanischen Telefonica allerdings eine Kaufoption auf einen 2,9-prozentigen Anteil in Höhe von 510 Millionen Euro. Sollte der Mutterkonzern von Telefonica Deutschland diese Option ziehen, könnte der KPN-Anteil bis auf 17,6 Prozent sinken.

Mit der Rückendeckung von America Movil steht der Übernahme seitens der Aktionäre praktisch nichts mehr im Weg. Zwar müssen auch die Anteilseigner von Telefonica Deutschland abstimmen. Doch hat das spanische Mutterunternehmen dort die Mehrheit. Fraglich bleibt, ob die Regulierer den Milliardendeal durchwinken. Durch die Übernahme würde sich der deutsche Mobilfunkmarkt von vier auf drei Anbieter verkleinern. Übrig blieben nur T-Mobile, Vodafone und Telefonica Deutschland. "Dass ein solcher Zusammenschluss erhebliche Folgen für den Wettbewerb hätte und in all seinen Facetten genau geprüft werden muss, liegt auf der Hand", hatte Kartellamts-Chef Andreas Mundt vor wenigen Tagen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" gesagt.

Zwar gebe es in Ländern wie Österreich nur noch drei überregionale Netzbetreiber, doch spielt das für Mundt keine Rolle. Ein Vergleich mit Deutschland sei schon mit Blick auf die Einwohnerzahl wenig sachgerecht. Zudem seien in den meisten EU-Staaten, selbst in kleineren Ländern wie Schweden, immer noch vier Mobilfunknetzbetreiber aktiv. "Andere EU-Länder können keine Blaupause für dieses Fusionskontrollverfahren liefern. Es kommt allein auf die Marktverhältnisse in Deutschland an", sagte er.

Und weil sich diese Fusion praktisch nur auf den deutschen Markt auswirkt, sieht er die Prüfung im Kartellamt am besten aufgehoben. "Sollte Telefonica Deutschland den Zusammenschluss mit E-Plus anmelden, gehört der Fall aus unserer Sicht eindeutig nach Bonn", sagte Mundt. (dpa/tc)