27,7 Prozent

América Móvil erreicht Beteiligungsziel bei KPN

28.06.2012
Lateinamerikas größter Mobilfunkanbieter América Móvil hat mit knapp 28 Prozent sein Beteiligungsziel beim niederländischen Telekomkonzern KPN erreicht.
Carlos Slim hat trotz Gegenwehr die gewünschte Mehrheit an KPN erreicht.
Carlos Slim hat trotz Gegenwehr die gewünschte Mehrheit an KPN erreicht.
Foto: Agencia Brasil (CC BY-3.0)

Das teilte das vom mexikanischen Milliardär Carlos Slim kontrollierte Unternehmen am Mittwochabend (Ortszeit) in Mexiko-Stadt mit. Über Zukäufe am Markt hat América Móvil (AMX) seinen Anteil bei der E-Plus-Muttergesellschaft KPN demnach auf 24,9 Prozent aufgestockt. Mit einem Übernahmeangebot in Höhe von 8,00 Euro je Aktie habe der mexikanische Konzern weitere 40 Millionen KPN-Aktien in seinen Besitz gebracht. Diese machten rund 2,8 Prozent aus. Insgesamt komme América Móvil bei den Niederländern somit auf eine Beteiligung von etwa 27,7 Prozent. Das KPN-Management hatte vergebens versucht, den Angriff abzuwehren.

"América Móvil hat sein Ziel erreicht, sich eine bedeutende Beteiligung an KPN zu sichern", sagte Finanzchef Carlos García Moreno. Nun setze der mexikanische Mobilfunkriese auf einen "dauerhaften und konstruktiven Dialog" zum Nutzen beider Unternehmen. Den Mexikanern genügt der erreichte Anteil, um KPN zu dominieren, denn bei den Hauptversammlungen sind regelmäßig nur 44 Prozent des Kapitals anwesend.

Zentrale von KPN in Den Haag
Zentrale von KPN in Den Haag
Foto: KPN

Slim will den Einfluss seines Konzerns in Europa erhöhen und strebt aus diesem Grund eine langfristige Allianz mit dem Mutterkonzern von E-Plus an. Angedacht sind Partnerschaften beim Roaming, dem Vertrieb oder für gemeinsame Zukäufe. Mit einem geschätzten Vermögen von 69 Milliarden Dollar ist der 72-jährige Slim laut der aktuellen Liste des Magazins "Forbes" der reichste Mann der Welt.

Auch in Österreich hat América Móvil bereits einen Fuß in der Tür. Dort stockte das Unternehmen seine Beteiligung an der Telekom Austria kräftig auf. Mitte Juni teilte es mit, ein Aktienpaket in Höhe von 21 Prozent von Großaktionär Ronny Pecik zu übernehmen. (dpa/tc)