Strategie soll teure Upgrade-Aktionen vermeiden:

Amdahl tauscht in Zukunft nur CPU aus

22.07.1988

SUNNYVALE (IDG) - Die Amdahl Corporation, Hersteller IBM-kompatibler Großrechner, will in Zukunft keine aufwendigen Hardware-Upgrades mehr durchfuhren, sondern bloß die entsprechenden Prozessoren austauschen.

Nach Meinung von Amdahls Product-Manager David Anderson wird diese Vorgehensweise auch bei anderen Unternehmen Schule machen.

Konkret will der Hersteller die alte CPU 5890 des gleichnamigen Rechners auf diese Weise gegen ein neues Modell - die CPU 5990 - austauschen. Amdahl hält diese Vorgehensweise für eine gute Sache: Ein Austausch der Prozessoren koste weniger Zeit als das komplizierte Upgrade einer ganzen Rechnerklasse, weil die CPUs bereits getestet seien. IBM werde sich nach Auffassung des Unternehmens dieser Strategie anschließen, sobald die F-Serie der 3090-Mainframes Ende des Jahres auf den Markt kommt. Interessant sei die Austauschtechnik allerdings nur für Anwender von Doppel- oder

Quattro-Prozessor-Maschinen. Eigentümer von Universal-Prozessoren würden nicht davon profitieren, hier bleibe man beim üblichen Upgrade. Um die Strategie des schnellen Austausches durchfuhren zu können, hat Amdahl das Design ihrer Großrechner im Sinne von mehr Hardware-Flexibilität entsprechend geändert. Die Preise für einen CPU-Austausch liegen nach Angaben von Anderson zwischen 50 000 und 150 000 Dollar.

National Advanced Systems (NAS) - Amdahls schärfster Konkurrent auf dem Gebiet IBM-steckerkompatibler Großrechner - glaubt jedoch nicht an eine Zukunft der Strategie. Für seine Systeme kündigte NAS ein Upgrade im gesamten Markt an.