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Amdahl stoppt Mainframe-Produktion

20.10.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Amdahl zieht sich aus dem Mainframe-Markt zurück. Die Produktion des S/390-kompatiblen Systems soll im März 2002 eingestellt werden. Anwender werden jedoch noch weitere fünf Jahre Support erhalten, verspricht Amdahl.

CEO Yashusi Tajiri erklärte: "Das war ein schwerer Schritt für uns, schließlich haben wir 30 Jahre Mainframe-Erfahrung. Aber wir mussten es tun." Die von IBM und Amdahl unterstützte 64-Bit-Mainframe-Architektur sei zu proprietär und nicht mehr zeitgemäß. Kunden würden inzwischen das offene 64-Bit-Unix auf Servern bevorzugen. Amdahl will sich nun bei der Hardware-Entwicklung auf Unix-Systeme des Mutterkonzerns Fujitsu konzentrieren, die mit Sun-Ultrasparc-Prozessoren arbeiten.

Anwender und Analysten sind nicht glücklich über die Entscheidung Amdahls, das IBM-kompatible Großrechnergeschäft aufzugeben. Nachdem auch Hitachi Data Systems im März erklärte, man wolle im Großrechner-Markt nicht mehr mitspielen, habe IBM in Sachen Preisgestaltung bei /390-Rechnern völlig freie Hand (Computerwoche online berichtete). Allerdings speche der Ausstieg einer Branchengröße wie Amdahl aus diesem Segment Bände bezüglich des Mainframe-Markts. Die Profitmargen seien hier durch das Aufkommen von Unix-Maschinen erheblich gesunken. Ein US-Marktforscher wies darauf hin, dass IBMs Vorsteuergewinn bei Mainframes und anderer Highend-Hardware im dritten Geschäftsquartal nur noch 11,8 Prozent betragen habe. "Hier ist kein Geld mehr zu machen," lautete sein abschließendes Urteil.