Neue Märkte

AMD steigt in Tablet-Bereich ein

24.01.2013
Die ewige Nummer zwei der PC-Prozessorenhersteller, AMD, musste im Jahr 2012 herbe Verluste hinnehmen. Nach 1,16 Milliarden Dollar Umsatzrückgang will der Chiphersteller nun in den boomenden Tablet-Markt vordringen.
Seltenes Bild: Tablets mit AMD-Chipsatz auf der CES in Las Vegas.
Seltenes Bild: Tablets mit AMD-Chipsatz auf der CES in Las Vegas.
Foto: Moritz Jaeger

Obwohl die auf das Jahr 2006 zurückgehende Einverleibung der Grafikkarten-Manufaktur ATI Technologies für den Chiphersteller dank stabiler Umsätze wohl ein guter Entschluss gewesen sein mag, hatte AMD in den letzten Jahren einen schweren Stand, wenn es um den Verkauf eigener Prozessoren ging. Nicht nur, dass Konkurrent Intel seit der Einführung von Mehrkern-Prozessoren dem Unternehmen davon läuft, auch hat man bei AMD den Trend nach stromsparenden Mobilprozessoren wie dem Atom verschlafen und muss nun mit dem schrumpfenden PC-Markt kämpfen.

Lag zum Ende des Jahres 2011 noch ein Gewinn von 491 Millionen US-Dollar vor, brach der Umsatz im letzten Jahr um 1,16 Milliarden US-Dollar - oder 32 Prozent - im Vergleich zum Vorjahr ein. Da man im kalifornischen Sunnyvale zumindest im nächsten Quartal keine Besserung erwartet, werden nun erste Konsequenzen aus dieser Misere gezogen und der Einstieg ins Geschäft mit Embedded Devices überlegt. So halten sich seit Monaten Gerüchte, dass AMD die Prozessoren für die nächste Generation der Spielekonsolen von Sony und Microsoft herstellen soll. Auch wurde im Oktober ein neuer Prozessorentyp - der Z-60 - vorgestellt, der mit seiner On-Board-Radeon-GPU und zwei 1 Gigahertz starken Kernen speziell für Tablets entwickelt wurde.

Auf der vergangenen CES sollten sechs bis zehn Geräte mit diesem Prozessor vorgestellt werden - nur Vizio hat ein 11,6 Zoll großes Windows-8-Tablet mit dem Z-60 präsentiert. Das Business-Tablet Fujitsu Stylistic Q572, ebenfalls mit Windows 8, war bereits im November veröffentlicht worden - allerdings nicht in Deutschland.

Auch Texas Instruments hatte in der Vergangenheit mit Verlusten im Verkauf von Mobilprozessoren zu kämpfen und will sich nicht mehr auf die Herstellung von OMAP-Prozessoren für Smartphones und Tablets, sondern fortan auf andere Embedded Devices konzentrieren, deren Märkte noch nicht so stark umkämpft sind. Während man bei Texas Instruments im Zuge der Umstrukturierung bereits mehr als 1.700 Stellen gekürzt hat, plant man bei AMD ähnlich dimensionierte Entlassungen.

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