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AMD meldet ersten Gewinn seit 2001

21.01.2004
AMD hat sowohl bei Prozessoren wie auch bei Flash-Chips deutlich zugelegt und konnte damit endlich die Rückkehr in die Gewinnzone melden. Die AMD64-CPUs kommen offenbar gut an.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - In seinem vierten Fiskalquartal hat der US-Halbleiterhersteller Advanced Micro Devices (AMD) erstmals seit 2001 wieder die Gewinnzone erreicht. Dabei half ein Umsatzwachstum, dass Stärke in beiden Geschäftsfeldern widerspiegelt, in denen AMD mit Intel konkurriert. Für das Ende Dezember abgeschlossene Vierteljahr wies das Unternehmen einen Nettogewinn von 43 Millionen Dollar oder zwölf Cent pro Aktie aus im vergleich zu einem Fehlbetrag von 855 Millionen Dollar oder 2,49 Dollar je Anteilschein im Vorjahresquartal.

Das aktuelle Ergebnis enthält positive Einmaleffekte in Höhe von 14 Millionen Dollar oder drei Cent pro Aktie, die aus Bilanzierungsanpassungen im Zusammenhang mit der Etablierung eines Joint Venture resultieren. Aber selbst nach Abzug der drei Cent ergibt sich ein Profit von neun Cent pro Aktie, der deutlich über dem Konsens der von Thomson First Call befragten Analysten von vier Cent je Anteilschein liegt. Auch der Quartalsumsatz übertraf mit 1,2 Milliarden Dollar die Erwartungen der Wall Street von 1,08 Milliarden Dollar. Im Berichtszeitraum des Vorjahres hatten AMDs Einnahmen lediglich 686 Millionen Dollar betragen.

"Wie Sie sehen, halten wir allmählich unsere Versprechen ein", freute sich CEO Hector Ruiz in einer Telefonkonferenz mit Analysten. "Wir haben alles getan, was wir angekündigt hatten." Es sei beispielsweise gelungen, eine Reihe großer PC-Anbieter vom Einsatz des "Athlon64" in Consumer-Systemen zu überzeugen. Auch komme die schnellere "FX"-Version bei Spieleenthusiasten hervorragend an.

Experten hatten AMDs jüngste Zahlen nicht zuletzt wegen dem ewigen Wettstreit mit Intel mit Spannung erwartet. AMD baut Prozessoren, die die gleichen internen Instruktionen verwenden wie die des stets übermächtig scheinenden Wettbewerbers. Zuletzt war die Firma aber mit Hybrid-Chips, die neben 64-Bit-Anwendungen auch ältere 32-Bit-Software verarbeiten können, eigene Wege gegangen. Intel dagegen setzt mit seiner 64-Bit-Technik "Itanium" auf eine vollkommen neue Architektur, in der ältere 32-Bit-x86-Applikationen nur noch emuliert ablaufen können.

AMDs Sparte Computation Products, zu der auch die Mikroprozessoren gehören, steigerte ihren Quartalsumsatz im Jahresvergleich um 38 Prozent auf 581 Millionen Dollar. Die Nachfrage nach den neuen 64-Bit-Chips Athlon64 (Desktop) und "Opteron" (Server) sei unvermindert hoch, erklärte der Hersteller. Auch sein Flash-Bereich konnte die Einnahmen auf 566 Millionen Dollar mehr als verdoppeln und profitierte in diesem Marktsegment von Pannen bei Intel - unter anderem einer schlecht getimten Preiserhöhung, die speziell bei Handyherstellern gar nicht gut ankam.

John Lau, Analyst bei Banc of America Securities, verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass Intel im abgelaufenen Quartal seinen Flash-Umsatz um gerade einmal drei Prozent steigern konnte. Das deute auf sehr starke Marktanteilsgewinne für AMD hin, erklärte der Experte.

Zum Fixing an der Nasdaq notierte die AMD-Aktie gestern 62 Cent fester bei 17,38 Dollar. An den letzten Handelstagen hatte das Papier stetig zugelegt, weil bereits ein Übertreffen der Wall-Street-Erwartungen vermutet wurde. Im nachbörslichen Handel gab das Papier laut Inet ATS zunächst wieder auf 16,96 Dollar nach. (tc)