Riesenabschreibung

AMD leidet weiter unter der Übernahme von ATI

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Der Chiphersteller Advanced Micro Devices (AMD) muss für sein zweites Fiskalquartal 948 Millionen Dollar abschreiben, größtenteils noch immer für die Übernahme des kanadischen Grafikchipbauers ATI aus dem Jahr 2006.

In einer Pflichtveröffentlichung bei der US-Börsenaufsicht SEC teilte AMD mit, weitere Einmalbelastungen fielen durch Entlastungen und die Beteiligung am Flash-Hersteller Spansion an. AMD liefert damit eine weitere negative Finanznachricht ab. Die Aktie des Unternehmens hat in den letzten zwölf Monaten zwei Drittel an Wert verloren. Nach der aktuellen Ankündigung fiel sie um zwölf Cent auf 4,84 Dollar.

Im April hatte das in Sunnyvale, Kalifornien, ansässige Unternehmen für sein erstes Quartal einen Nettoverlust von 358 Millionen Dollar ausgewiesen, der den Kampf gegen den schier übermächtigen Rivalen Intel im Halbleitermarkt und Kosten aus der 5,4 Milliarden Dollar teuren Übernahme von ATI widerspiegelte. Konzernchef Hector Ruiz kündigte daraufhin an, AMD werde alle nicht zum Kerngeschäft gehörenden Aktivitäten genauestens prüfen und sich von denjenigen trennen, die nicht Wachstum und Profitabilität versprächen.

Dabei geht es unter anderem um die ATI-Chips für Handheld-Geräte, digitale Fernseher und andere Konsumelektronik, wo die Umsätze im ersten Quartal um 31 Prozent zurückgingen und ein operativer Verlust von acht Millionen Dollar anfiel. AMD schreibt in seinem Filing, dieser Bereich habe "die Erwartungen des Unternehmens nicht erfüllt" und mit dazu beigetragen, dass man nun 880 Millionen Goodwill-Abschreibungen und Wertberichtigungen vornehme.

Der Marktwert von Spansion ist gleichfalls deutlich gesunken. AMD schreibt auf die Flash-Beteiligung deswegen 24 Millionen Dollar plus weitere zwölf für Anteile an so genannten Auction-rate Securities ab. Weitere 36 Millionen Dollar fallen für kürzliche Entlassungen und Restrukturierungsmaßnahmen an.

Auf der Haben-Seite wird AMD für das Q1 aber auch außergewöhnliche Zugewinne aus dem Verkauf überzähliger Produktionsgerätschaften verbuchen. Diese sollen sich auf 190 Millionen Dollar belaufen.