Mehr Geld aus Abu Dhabi

AMD lagert seine Fertigung aus

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Der Halbleiterkonzern Advanced Micro Devices (AMD) will Kosten sparen, indem er seine Fertigung in ein neues Gemeinschaftsunternehmen auslagert.

Das berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Insider. Das neue Joint Venture wird demnach Foundry Co. heißen und unter anderem die bisherigen AMD-Fabs in Dresden übernehmen. Foundry werde neben AMD auch für andere Firmen Chips produzieren und bis zu sechs Milliarden Dollar von der Investment-Firma Advanced Technology Investment Co. aus Abu Dhabi erhalten. Advanced Technology Investment zahle AMD zunächst 700 Millionen Dollar für seinen Anteil an Foundry.

Außerdem zahle die Mubadala Development Co., bereits mit acht Prozent an AMD beteiligt, weitere 314 Millionen Dollar und erhöhe damit ihre Beteiligung an dem ewigen Underdog-Wettbewerber von Intel auf 19,4 Prozent. Im Rahmen des Deals würden zudem 1,2 Milliarden Dollar Schulden aus der Bilanz von AMD auf Foundry übertragen, heißt es weiter.

Foundry erhält die nötigen Mittel, um eine zuletzt auf Eis gelegte Modernisierung einer AMD-Fabrik in Dresden umzusetzen und außerdem eine weitere moderne Fab im Hinterland des US-Bundesstaates New York zu errichten (dort sitzt auch die Hightech-Fabrik East Fishkill der IBM).

Investoren warten seit geraumer Zeit auf eine Restrukturierung, mit der sich AMD aus seiner andauernden Finanzmisere befreien könnte. AMD leidet unter starkem Wettbewerbsdruck, hohen Verlusten und der Schuldenlast aus der 5,4 Milliarden Dollar teuren Übernahme des kanadischen Grafikchip-Spezialisten ATI Technologies im Jahr 2006. Ein Informant sagte dem "WSJ", die Fertigungs-Transaktion verbessere die Bilanz von AMD um insgesamt mehr als zwei Milliarden Dollar.